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Bakterien im Wasser, Hitze, Sand

Kontaktlinsen im Sommer: Erhöhtes Risiko

Warum Kontaktlinsen-Träger in der warmen Jahreszeit besonders vorsichtig sein sollten und wie sich Komplikationen vermeiden lassen: Die Folgen können von schmerzhaften Entzündungen bis hin zu einer dauerhaften Sehverschlechterung reichen.

Kontaktlinsen im Sommer: Erhöhtes Risiko (c Valdas Miskinis / Pixabay)
Kontaktlinsen im Sommer: Erhöhtes Risiko (Bild: Valdas Miskinis auf Pixabay)

Ob Badesee, Meer oder Schwimmbad: Wasser und Kontaktlinsen sind keine gute Kombination. Darauf weisen Kontaktlinsen-Anpasser ihre Kunden stets hin. Aus gutem Grund: „Viele Krankheits-Erreger kommen natürlicherweise im Wasser vor und können sich an Kontaktlinsen anlagern. Gelangen sie auf die Hornhaut, ist es möglich, dass sie schwerwiegende Entzündungen verursachen“, erklärt Prof. Dr. med. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Pressesprecher der Stiftung Auge.

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Besonders problematisch sind Akanthamöben – winzige Einzeller, die in Leitungswasser ebenso vorkommen wie in Seen, Flüssen oder Schwimmbädern. Gelangen sie unter eine Kontaktlinse, können sie die Hornhaut infizieren. Auch bakterielle oder Pilz-Infektionen treten bei Kontaktlinsen-Trägerinnen und -Trägern deutlich häufiger auf als bei Menschen, die keine Kontaktlinsen tragen. „Viele dieser Infektionen wären vermeidbar“, sagt Geerling. „Grundsätzlich sollten Kontaktlinsen vor dem Schwimmen oder Duschen herausgenommen werden.“

Auch Hitze und Sand belasten die Augen

Nicht nur Wasser kann ein Risiko für die Augen sein. Hohe Temperaturen und trockene Luft lassen den Tränenfilm schneller verdunsten. Dadurch reiben Kontaktlinsen stärker auf der Hornhaut, die Augen trocknen aus und werden anfälliger für kleine, oberflächliche Verletzungen. Zusätzlich können Sand- oder Staubpartikel unter die Linse geraten und winzige Schäden an der Hornhaut verursachen.

„Diese kleinen Verletzungen bemerken Betroffene häufig während des Tragens von Kontaktlinsen gar nicht“, erklärt Geerling. „Sie können jedoch Eintritts-Pforten für Krankheits-Erreger sein.“ Um die Augen vor Sonnen-Einstrahlung zu schützen, böten UV-filternde Kontaktlinsen nur einen begrenzten Schutz. Sie ersetzten keine Sonnenbrille, da Bindehaut, Lider und die Haut rund um das Auge weiterhin der UV-Strahlung ausgesetzt sind.

Schmerzen und Lichtscheu immer ernst nehmen

Die Stiftung Auge empfiehlt Kontaktlinsen-Trägern deshalb, ihre Augen gerade im Sommer besonders sorgfältig zu schützen. Kontaktlinsen sollten nur mit den dafür vorgesehenen Reinigungs-Systemen und nicht mit Leitungswasser gereinigt werden. An heißen Tagen kann es sinnvoll sein, die Tragezeit zu verkürzen oder auf eine Brille auszuweichen. Unterstützend können unkonservierte Benetzungs-Tropfen helfen.

Vor allem gilt: Treten Schmerzen, Brennen, starke Rötungen, Lichtempfindlichkeit oder gar eine plötzliche Sehverschlechterung auf, sollten die Kontaktlinsen sofort entfernt und umgehend eine augenärztliche Praxis aufgesucht werden. „Eine Hornhaut-Entzündung lässt sich meist gut behandeln. Voraussetzung ist jedoch, dass sie früh erkannt wird“, betont Geerling. „Wird sie dagegen zu spät diagnostiziert, kann sie dauerhafte Schäden verursachen und im schlimmsten Fall sogar eine Hornhaut-Transplantation erforderlich machen.“

 

Quelle: Stiftung Auge