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Mehr digitale Belastung, mehr Kurzsichtigkeit

Augengesundheit 2035: Prävention wird zum Schlüssel-Faktor

Die Augengesundheit in Europa stehe vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Das sagt eine aktuelle Delphi-Studie und prognostiziert für 2035 einen deutlichen Anstieg von Seh-Problemen, insbesondere durch zunehmende Bildschirm-Arbeit, steigende Kurzsichtigkeit und eine alternde Bevölkerung.

Auge Scan Augen-Krankheiten
Augengesundheit wird in den kommenden Jahren kein Randthema mehr sein, sagt eine aktuelle Studie, und Tele-Ophthalmologie oder KI-gestützte Screenings können helfen (Bild: Pixabay / Gerd Altmann)

Gleichzeitig erwarteten die befragten Expertinnen und Experten ein starkes Wachstum des europäischen Augenheilkunde-Marktes. Für die Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag des Pharma-Herstellers Ursapharm bewerteten 57 Fachleute aus Wissenschaft, Medizin, Industrie und Regulierung insgesamt 14 Zukunfts-Projektionen zur okulären Gesundheit in Europa.

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„Unsere Ergebnisse zeigen klar: Augengesundheit wird in den kommenden Jahren kein Randthema mehr sein, sondern zu einem zentralen Bestandteil der öffentlichen Gesundheits-Vorsorge werden“, erklärt Studien-Autor Prof. Dr. Sascha L. Schmidt von der WHU. „Digitalisierung und demografischer Wandel verstärken sich gegenseitig – und setzen das visuelle System der Bevölkerung dauerhaft unter Druck.“

Bildschirm-Arbeit als neuer Normalzustand

Nach Einschätzung der Experten sei davon auszugehen, dass bis 2035 rund 80 Prozent aller Arbeitsplätze in Europa eine dauerhafte visuelle Fokussierung auf Bildschirme oder vergleichbare Displays erfordern. Homeoffice, KI-gestützte Prozesse und digitale Arbeit-Aabläufe beschleunigten diese Entwicklung weiter.

Mit der wachsenden Bildschirmnutzung steige auch die Bedeutung des sogenannten „Computer Vision Syndrome“ (CVS), das Symptome wie trockene Augen, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen und Konzentrations-Probleme umfasst. Die Studie geht davon aus, dass CVS bis 2035 offiziell als Krankheit in die internationale Klassifikation (ICD) aufgenommen werden könnte. „Eine solche Anerkennung würde erstmals standardisierte Diagnosen und gezielte Therapien ermöglichen und die gesellschaftliche Relevanz digitaler Augenbelastung sichtbar machen“, so Schmidt.

Deutlicher Anstieg von Kurzsichtigkeit und trockenen Augen

Besonders deutlich fielen die Prognosen für jüngere Generationen aus: Mindestens 60 Prozent der unter 30-Jährigen in Europa könnten bis 2035 kurzsichtig sein – bedingt durch veränderte Lebensgewohnheiten wie die Überlastung der Augen im Nahbereich und den Mangel an Tageslicht. Gleichzeitig erwarteten die Experten, dass mehr als die Hälfte der europäischen Bevölkerung regelmäßig unter den Symptomen trockener Augen leiden wird.

Als Haupt-Ursachen gelten die weiter steigende Bildschirmnutzung in Schule, Studium, Beruf und auch im privaten Umfeld. Auch die zunehmende Verbreitung und Nutzung von Klima-Anlagen stelle einen potenziellen Risikofaktor dar. Außerdem könnten Umweltfaktoren wie die Luftqualität in Städten oder der Klimawandel das Krankheitsbild der trockenen Augen begünstigen ebenso wie die zunehmende Alterung der Bevölkerung.

Europäischer Augenheilkunde-Markt wächst deutlich

Parallel zum steigenden medizinischen Bedarf wächst auch der Markt: Der europäische Augenheilkunde-Markt habe das Potenzial, sich bis 2035 im Vergleich zu 2025 zu verdoppeln. Wachstums-Treiber seien insbesondere neue Technologien in Diagnostik, Therapie und Prävention – darunter Tele-Ophthalmologie, KI-gestützte Screenings, smarte Linsen und individualisierte Behandlungskonzepte. Allerdings sehen die Expertinnen und Experten auch strukturelle Grenzen: Fachkräftemangel, regulatorische Rahmenbedingungen und Kosten könnten die Versorgungs-Kapazitäten einschränken.

Prävention bleibt weitgehend freiwillig

Verbindliche politische Maßnahmen wie gesetzlich vorgeschriebene jährliche Augen-Untersuchungen oder europaweite Bildschirmzeit-Begrenzungen für Kinder gelten laut Studie als schwer umsetzbar. Stattdessen werde die Verantwortung für Prävention weiterhin primär beim Einzelnen liegen. Entsprechend realistisch erscheint ein Anstieg freiwilliger Schutzmaßnahmen.

Laut Prognose sei davon auszugehen, dass mehr als 70 Prozent der Europäer ihre Augen regelmäßig vor UV-Strahlung schützen werden. Und auch das Vertrauen in den Einfluss der Ernährung auf die Augengesundheit wird voraussichtlich weiter wachsen. Digitale Lösungen wie mobile Monitoring-Apps oder smarte Kontaktlinsen böten zusätzliche Potenziale für Früh-Erkennung und Prävention, stießen jedoch weiterhin auf Akzeptanz- und Datenschutz-Bedenken.

„Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Augengesundheit frühzeitig und ganzheitlich zu denken“, sagt Christian Krensel, Global Director Marketing & Sales von Ursapharm. „Für Healthcare-Unternehmen bedeutet das: Wir müssen noch stärker in Prävention, Aufklärung und innovative Versorgungs-Lösungen investieren – damit steigender Bedarf nicht automatisch zu steigender Krankheitslast wird.“

Fazit der Studie zur Augengesundheit

Die Studie mache deutlich: Augengesundheit wird bis 2035 zu einem strategischen Thema für Gesundheitssysteme, Unternehmen und Gesellschaft. Der Übergang von reiner Behandlung hin zu einer echten Präventionskultur bleibe jedoch eine zentrale Herausforderung.

„Ob Europa diesen Wandel schafft, hängt vom Zusammenspiel aus politischem Willen, technologischer Innovation und individuellem Gesundheits-Verhalten ab“, fasst Studien-Autor Schmidt zusammen.

Die Studie wurde vom Center for Sports and Management (CSM) der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag der Ursapharm Arzneimittel GmbH durchgeführt. Die wissenschaftliche Auswertung erfolgte unabhängig.

Weitere Informationen zur Studie und den vollständigen Bericht gibt es hier.

 

Die Ursapharm Arzneimittel GmbH ist ein international operierendes, mittelständisches Pharma-Unternehmen mit einem breiten Produkt-Spektrum auf dem Gebiet der Ophthalmologie und Hauptsitz in Saarbrücken.

 

Quelle: Ursapharm