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Wettbewerbshüter fordern 125 Mio. Euro

Mega-Geldstrafe für EssilorLuxottica

EssilorLuxottica Produktion
EssilorLuxottica wurde von französzischen Wettbewerbshütern mit einer Geldstrafe von 125 Mio. Euro belegt; der Vorwurf: unfaire Preiskontrollen ihrer Brillen seitens Luxottica bis 2015 (Bild: EssilorLuxottica – Produktion)

Nach Mega-Deal nun eine Mega-Geldstrafe: Die französische Wettbewerbsbehörde hat mehrere Unternehmen in der Brillenindustrie, darunter EssilorLuxottica, mit Geldstrafen belegt, weil sie im Zeitraum von 1999 bis 2015 die Preise, die Augenoptiker für ihre Brillenprodukte verlangen konnten, auf unfaire Weise kontrolliert hätten bzw. sich weigerten, diese online zu verkaufen. Der Konzern soll nun 125 Millionen Euro zahlen, will aber in Berufung gehen.

Die Wettbewerbsbehörde Autorité de la Concurrence in Paris teilte mit, dass sie dem italienischen Brillenhersteller Luxottica, der 2018 mit dem französischen Unternehmen Essilor fusionierte, eine Geldstrafe in Höhe von 125 Millionen Euro (147,4 Millionen Dollar) und dem Pariser Luxusgüterkonzern LVMH eine Strafe von 500.000 Euro auferlegt haben. Die letztgenannte Strafe wurde reduziert, nachdem LVMH beschlossen hatte, die Vorwürfe nicht anzufechten.

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Die Vorwürfe gegen Luxottica beziehen sich auf alle von ihr hergestellten Marken, einschließlich der des französischen Modehauses Chanel SA. Chanel erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 130.000 Euro, weil man sich geweigert hatte, die Produkte online zu verkaufen.

Der französische Brillenhersteller Groupe Logo, der Produkte der LVMH-Marke Tag Heuer herstellte, wurde ebenfalls verurteilt, weil er die Möglichkeiten der Einzelhändler, Preise festzulegen, eingeschränkt hatte, erhielt aber keine Geldstrafe, nachdem er beschlossen hatte, die Vorwürfe nicht anzufechten. Die Groupe Logo wurde 2016 liquidiert.

„Diese Praktiken, die von ihrem eigentlichen Zweck her wettbewerbswidrig sind, sind schwerwiegend. Insbesondere ging es dabei um die Implementierung von Überwachungs- und Vergeltungsmechanismen“, so die Wettbewerbshüter. Die Vorwürfe beziehen sich auf eine Untersuchung zum Gesamtzeitraum 1999 bis 2015 bei einer Reihe von Unternehmen der Brillenindustrie.

EssilorLuxottica geht in Berufung

EssilorLuxottica kündigte an, die Entscheidung der französischen Wettbewerbsbehörde gegen Luxottica anzufechten. Man sei zuversichtlich, erfolgreich nachzuweisen, „dass die Entscheidung sowohl aus sachlicher als auch aus rechtlicher Sicht falsch ist.“

Das ebenfalls in die Untersuchung involvierte Unternehmen Safilo zeigte sich erfreut über die Entscheidung der Behörde, mit der „alle gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe abgewiesen wurden“.

 

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