Stabilität für Unterschied zwischen „passgenau und nacharbeiten“
Schleifsysteme: Nicht die einzigen Optionen, aber gute Beispiele
von Laura Hanenberg,
Vermutlich gibt es nur wenige Augenoptiker, die keine Produkte von Breitfeld & Schliekert in ihrer Werkstatt haben. Seit bald einhundert Jahren ist das Unternehmen eine Anlaufstelle für Schrauben, Werkzeug, Handelsware und auch für Schleifsysteme. Mit NIDEK vertreibt B&S eine der Top-Marken für hochpräzise Schleiftechnologie in der Augenoptik. Und nun gibt es sowohl beim Schleif- als auch beim Frässystem ein neues Modell mit Funktionen, die Augenoptiker kennen sollten.
NIDEK ME-1, Nachfolger des bisherigen Flaggschiffes ME-1500; für manch einen in der Branche ist allein das schon eine Empfehlung (Foto: B&S)
Das NIDEK ME-1 ist der Nachfolger des bisherigen Flaggschiffes ME-1500; für manch einen in der Branche ist allein das schon eine Empfehlung. Wer einmal mit einem NIDEK-Gerät gearbeitet hat, kennt das Bedienkonzept und weiß, wie zuverlässig diese Maschinen über Jahre laufen. Das ist zugleich ein Qualitätsbeweis als auch ein Argument für eine Investition in die neue Generation.
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Das ME-1 ist ein CNC-Multifunktions-Schleifautomat für Kunststoff- und Silikatgläser. Es beherrscht alles, was die moderne augenoptische Werkstatt sich wünscht und ist spezialisiert auf hochkomplexe Randbearbeitungen. Filigrane Mini-Facette, präzises Rillen (Nuten), dreidimensionales Bohren und hochtransparentes Polieren: alles in einem Gerät. Besonders interessant ist das Verarbeiten von Sportfacetten und Sondergläsern, was mit älteren Geräten oft mühsam oder gar nicht umsetzbar ist. Die verstärkte Gehäusestruktur und ein Gewicht von 72 Kilogramm sorgen für Stabilität, die bei komplexen Schleifprozessen den Unterschied zwischen „passgenau und nacharbeiten“ macht. Und für alle, die auf Individualisierung setzen: Das ME-1 ist nach Herstellerangaben der einzige Automat, der Schmuckfacetten zweiteilig und poliert schleifen kann.
Für den hochfrequentierten Betrieb
Wer täglich 35 Gläserpaare und mehr schleift, hat einen ganz besonderen Anspruch an den eigenen Automaten. Für diesen Betriebstyp ist das MSE-1 konzipiert. Es ist ein hybrides Frässystem, dass ein Hochgeschwindigkeits-Fräswerkzeug mit klassischen Schleifscheiben kombiniert, um deutlich schneller zu arbeiten als konventionelle Automaten. Das Grobfräsen mit der Hochgeschwindigkeitsspindel verkürzt die Bearbeitungszeit spürbar, während die Schleifscheiben für die Feinbearbeitung die gewohnt präzisen Ergebnisse liefern.
Wer täglich 35 Gläserpaare und mehr schleift, hat einen ganz besonderen Anspruch an den eigenen Automaten, für diesen Betriebstyp ist zum Beispiel das MSE-1 eine Wahl (Foto: B&S)
Ein Vorteil im Alltag ist der integrierte Separator des MSE-1. Er hält grobe Fräsrückstände aus dem Haupttank fern, was das Wasser länger sauber hält und den Reinigungsaufwand reduziert. Für Betriebe mit einer Werkstatt im Dauereinsatz ist das kein Komfortmerkmal, sondern ein signifikanter Zeitgewinn.
Langlebigkeit und Serviceversprechen
Was ein Schleifautomat kostet, steht auf dem Preisschild. Was er wirklich wert ist, zeigt sich nach dem Kauf. NIDEK und B&S als Vertriebspartner sind nicht die einzigen Optionen am Markt, aber die Langlebigkeit der Produkte und das dahinterstehende Konzept dienen als gutes Beispiel. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist für mindestens zehn Jahre nach Auslaufen eines Gerätes garantiert, B&S sichert den Service dahinter. Das Unternehmen hat eigene qualifizierte Techniker, die sich mit den Automaten auskennen: echte fokussierte Expertise. Der Service soll sich abheben, ohne Umweg über Dritte und ohne lange Wartezeiten, die den Betrieb blockieren.
Wer auf NIDEK setzt, investiert nicht in ein Gerät, eher in ein Ökosystem. Alle Komponenten sind untereinander kompatibel, das gilt auch für ältere Modelle. Wer bereits einen Tracer oder Blocker von NIDEK im Einsatz hat, kann ein neues Gerät problemlos integrieren, ohne weitere Werkstattausstattung ersetzen zu müssen. So muss kein Gerät ersetzt werden, bei dem es nicht zwingend notwendig ist.
Nachhaltigkeit zum Nachrüsten
Die meisten Augenoptikbetriebe in Deutschland schleifen in der eigenen Werkstatt mit CNC-Automaten, die am Wassersystem angeschlossen sind. Dabei entstehen Schleifpartikel und Mikroplastik, die ohne geeignete Aufbereitung in die Kanalisation und letztlich in unsere Gewässer gelangen können. Noch gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Schleifwasseraufbereitung. Aber wer auf Nachhaltigkeit setzt, sollte sich dem Thema annehmen, eyebizz hat schon öfter darüber berichtet.
B&S bietet dafür drei abgestufte Lösungen an, die sich an die vorhandene Gerätestruktur anpassen. Die LFS Klassik ist die einfache, kostengünstige Basisvariante für Betriebe mit geringem Aufkommen. Es besteht aus einem 2-Pumpen-Tank-System, das grobe Schleifrückstände filtert und nach etwa 70 bis 120 Schleifvorgängen gereinigt werden sollte. Weniger Wartungsaufwand verspricht das LFS Green. Das geschlossene Feinfiltersystem mit teflonbeschichteten Filtersäcken hält Partikel bis 5 lum Größe zurück. Ein Wasserwechsel ist frühestens nach drei Monaten nötig. Für maximale Effizienz und Ressourcenschonung steht das NIDEK LFU 220 zur Verfügung. Die Minizentrifuge trennt Schleifpartikel mittels Zentrifugalfiltration vom Umlaufwasser, der Wasserwechsel ist erst nach 650 bis 1.000 Glaszyklen fällig. Dabei bleibt die Wassertemperatur stabil, was die Schleifqualität verbessert. Zudem schützt die gründliche Partikelfilterung vor Kratzern auf der Glasoberfläche, da das Aufbereitungsverfahren die verbleibenden Schleifrückstände im Wasser drastisch reduziert und so eine materialschonendere Bearbeitung ermöglicht.
Was besonders praktisch ist: Alle drei Systeme lassen sich auch an bestehende Schleifautomaten anderer Hersteller anschließen. Wer also noch keinen neuen Automaten plant, aber trotzdem nachhaltiger arbeiten möchte, kann trotzdem schon jetzt mit einem solchen Filtersystem starten.
Auf einen Blick
Breitfeld & Schliekert GmbH, www.b-s.de
NIDEK ME-1: Patternloser Multifunktions-Schleifautomat für Kunststoff und Silikat; Bohren, Nuten, Facetten, Polieren; 72 kg Stabilität; neu verstärkte Gerätestruktur.