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Klares Sehen reduziert die Gehirnbelastung

Zeiss Vision Science Lab verbindet Optik mit Neurowissenschaft

Dass wir in einer visuell belasteten Welt leben, scheint für viele Menschen auf der Erde klarer zu sein als das Empfinden ihrer eigenen Sehfähigkeit. Digitale Geräte, soziale Medien und städtische Reize überfrachten uns mit Informationen – Tag für Tag. Das führt häufig zu Konzentrationsproblemen und einem allgemeinen Gefühl der Überforderung. Verschwommenes Sehen verschärft diesen Zustand zusätzlich, da das Gehirn dann noch mehr Energie aufwenden muss, um unscharfe oder fehlende visuelle Informationen zu interpretieren und zu ergänzen. Es kommt zu einer stärkeren kognitiven Belastung.

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Die Studienteilnehmer mussten eine visumotorische Aufgabe lösen und im Anschluss einen subjektiven Fragebogen ausfüllen (Foto: Zeiss Vision Care)

Zeiss Vision Care hat bereits Anfang des Jahres den Launch von Zeiss Clearmind verkündet. Ein Brillenglasportfolio im Premium-Segment für „extrem klares Sehen“, das Brillenträgerinnen und -träger dabei unterstützen soll, eben diese kognitive Belastung zu reduzieren. Im Ergebnis sollen Clearmind-Gläser also dazu beitragen, fokussiert zu bleiben und die Konzentrationsfähigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Fortan steht für den Brillenglashersteller aus Aalen also nicht mehr nur das optimale Sehen im Vordergrund, sondern auch das Wohlbefinden der Brilletragenden.

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Studien über die kognitive Belastung durch unscharfes Sehen sind offensichtlich Mangelware, also musste Zeiss selbst ran. Forschung gehört bei Zeiss durch das Zeiss Vision Science Lab in Tübingen aber zum Business, und so sind letztlich die Ergebnisse der dort durchgeführten Studie aufregender als der Weg dorthin und die Studie selbst – für die Forscher eher Routine. Bekannt war bereits, dass das Sehen primär eine Gehirnleistung ist, nicht nur eine Leistung der Augen. Die Netzhaut wiederum ist eine Erweiterung des zentralen Nervensystems.

Messung der kognitiven Aktivität

Für die Studie fragten sich die beteiligten Wissenschaftler, ob es möglich ist, objektiv zu messen, wie kognitive Belastung durch das Sehen beeinflusst wird. Aus Berichten, beispielsweise von Presbyopen, war bekannt, dass Aufgaben subjektiv schwieriger erscheinen. Entsprechende Messungen der kognitiven Aktivität bei der Bewältigung von Aufgaben konnten demnach eine Möglichkeit sein, die kognitive Belastung objektiv zu quantifizieren. Es gibt typische Veränderungen im elektrischen Signal des Gehirns, die mit einer Zunahme der kognitiven Belastung in Verbindung gebracht werden und durch ein EEG gemessen werden können. Also lautete der Versuchsaufbau: Das Sehen von Probanden zu beeinträchtigen, ihnen eine Aufgabe zu geben und die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn mittels Elektroden auf der Kopfhaut zu messen.

Die Studienteilnehmer mussten demnach in dem Experiment eine visumotorische Aufgabe lösen, bei der sie Perlen an einer Stelle aufnehmen und an anderer Stelle exakt platzieren mussten, während ihr Sehen beeinträchtigt war. Danach mussten sie einen subjektiven Fragebogen ausfüllen, den NASA TLX, der oft in dieser Art bei Forschungen verwendet wird. Die Ergebnisse waren deutlich, und so belegt die „Zeiss Visual Perception Study 2025“ erstmals weltweit mittels EEG-Messungen, dass glasinduzierte Unschärfe die kognitive Belastung messbar erhöht.

Schlechtes Sehen beeinflusst alltägliche Herausforderungen und Konzentrationsfähigkeit

Wenn beeinträchtigtes Sehen zu einer höheren kognitiven Belastung führt, bedeutet dies, dass verschwommenes oder unkorrigiertes Sehen im Alltag letztlich auch alltägliche Herausforderungen, die Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, sich zu fokussieren, negativ beeinträchtigt. Genau betrachtet ist das keine riesige Überraschung, aber daraus resultiert für einen Brillenglashersteller in Anbetracht bekannter Herausforderungen eine Aufgabe. Auf dieser Erkenntnis basieren die Clearmind-Brillengläser, deren Technologie darauf ausgelegt ist, Unschärfen in den relevanten Bereichen der Brillengläser für das ganztägige Tragen einer Brille zu reduzieren. Anders gesagt: Clearmind-Gläser verringern periphere Unschärfen und reduzieren die kognitive Belastung.

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Die beteiligten Wissenschaftler nutzten für die Studie des Zeiss Vision Science Lab in Tübingen das Wissen, dass Veränderungen im elektrischen Signal des Gehirns durch kognitive Belastung durch ein EEG gemessen werden können (Foto: Zeiss Vision Care)

In der Folge muss das Gehirn weniger leisten, was auch weniger mentalen Aufwand und entsprechend mehr Wohlbefinden bewirkt. Nicole Späth, Produktmanagerin bei Zeiss Vision Care Deutschland, führt das aus: „Indem wir extrem scharfes Sehen bieten und Unschärfen in den entscheidenden Brillenglasbereichen für das tägliche Sehverhalten reduzieren und optimieren konnten, erleichtern Zeiss Clearmind Brillengläser dem Gehirn die Verarbeitung visueller Informationen und wirken sich so positiv auf die kognitive Belastung aus.“

Verbraucherumfrage bestätigt

Eine internationale Verbraucherumfrage bestätigt das: 96 Prozent der Trägerinnen und Träger von Clearmind empfanden ein extrem klares Sehen durch die Brillengläser. 75 Prozent bestätigten, dass es ihnen leichter falle, sich zu fokussieren, und 76 Prozent gaben an, dass sie sich mit Clearmind-Brillengläsern besser auf Aufgaben konzentrieren könnten. Außerdem berichteten 85 Prozent der Träger und Trägerinnen der neuen Brillengläser von einer Stressreduktion ihrer Augen. Und nicht unwesentlich: 91 Prozent der befragten Augenoptiker sagten, das Sortiment sei einfach abzugeben.

Clearmind gibt es in drei Glastypen, alle sind auch als Pro-Version mit individueller Pupillengrößenanpassung erhältlich. Die Einstärkengläser verfügen über einen optimierten Nahbereich mit bis zu 48 Prozent größeren Klarsichtzonen gegenüber den bereits bekannten Clearview-Einstärkengläsern. Die Digitalgläser verfügen über eine Akkommodationsunterstützung, die sich bei der Bildschirmarbeit positiv bemerkbar machen soll. Und die Premium-Gleitsichtgläser haben bis zu 73 Prozent größere Klarsichtzonen gegenüber Standard-Gleitsichtgläsern.

Die Kerntechnologie hinter den Clearmind-Gläsern nennt Zeiss NeurOptix, sie analysiere, wie Menschen ihre Augen im Alltag wirklich nutzen, und optimiere das Glasdesign gezielt für diese Bereiche. Zunächst wird dabei eine Analyse der täglichen Sehgewohnheiten gemacht und das Sehverhalten auf der Glasfläche lokalisiert. Durch die Verknüpfung von Unschärfe und ­kognitiver Belastung und deren Entgegenwirken entstehe dann so etwas wie ein „neuroyaler Glas-Fingerabdruck“ – in dessen Kenntnis das Design der Brillengläser angepasst wird.

Es scheint Zeiss also gelungen zu sein, die Optik mit Neurowissenschaft zu verbinden. Bekannt ist nunmehr durch die hauseigene Studie: Klares Sehen reduziert die Gehirnbelastung – und das hat direkte positive Auswirkungen unter anderem auf Konzentration und Fokus. Clearmind hat also nicht mehr nur das optimale Sehen zum Ziel, auch wenn das wiederum dafür verantwortlich ist, auch das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

/// IR

 

Artikel aus der eyebizz 3.2026 (Mai/Juni)