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Jubiläums-Veranstaltung lässt auf Wiederholung hoffen

Jena Vision Conference – 20 Jahre Forschung aus Jena

„Wenn man nicht gut sehen kann, ist die Welt etwas verschlossener“, sagte Professor Steffen Teichert. Der Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur im Thüringer Ministerium eröffnete mit diesem Satz die Jenvis-Jubiläumskonferenz, die die Lichtstadt Jena für drei Tage zum internationalen Forum für Visionen und Innovationen rund um das Thema Sehen machte.

Gründer Wolfgang Sickenberger und Sebastian Marx c Jenvis Research
Die beiden Gründer Wolfgang Sickenberger (links) und Sebastian Marx (rechts) blicken auf 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. (Foto: Jenvis Research)

Jena und Optik – das gehört zusammen wie Licht und Sehen. In der Thüringer Lichtstadt findet sich eine der höchsten Innovationsdichten der deutschen Optikbranche. Der ideale Standort also, um Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Vor zwei Jahrzehnten entstand hier Jenvis Research, gegründet von Prof. Wolfgang Sickenberger und Sebastian Marx.

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Das wirtschaftlich unabhängige Institut führt hochwertige klinische Studien, Labortests und Geräteentwicklungen durch. Besonders die Forschung im Bereich des Trockenen Auges brachte wichtige Meilensteine hervor und hat die Untersuchung und Diagnostik nachhaltig geprägt. Für Sickenberger und Marx ist hier die Zusammenarbeit mit der Oculus Optikgeräte GmbH eines der Highlights ihrer Arbeit: Der Jenvis Dry Eye Report im Keratographen gilt inzwischen weltweit als der Goldstandard zur Diagnose des Trockenen Auges. Aktuell liegt ein großer Forschungsschwerpunkt auf Studien zur visuellen Leistung von modernen multifokalen Intraokularlinsen-Designs sowohl in Labortesten als auch direkt mit Testpersonen.

Volksbad Jena Vision Conference c Jenvis Research
Das historische Volksbad in Jena bot eine traditionsreiche Kulisse für die Jena Vision Conference. (Foto: Jenvis Research)

Doch Forschung ist nur ein Teil der Arbeit. Man hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, Wissen in die Welt zu tragen: Das Team publiziert, hält Workshops, unterstützt Studierende und berät Industriepartner. Wissenschaft und Praxis werden hier bewusst miteinander verknüpft zu einem Mehrwert für die internationale optometrische Branche.

Rückblick auf 20 Forschungsjahre

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens luden die Gründer Anfang November des vor kurzem zu Ende gegangenen Jahres zur ersten Jena Vision Conference ein. Bereits beim vorabendlichen Auftakt im JenTower hoch über den Dächern der Stadt wurde deutlich: Diese Konferenz fühlt sich mehr wie ein familiäres Wiedersehen an und ist mehr als ein rein wissenschaftliches Fachtreffen.

Der Hauptkongresstag stand ganz im Zeichen der Unternehmens-Geschichte und ihrer Bedeutung für die optometrische Forschung. Die Gründer Sickenberger und Marx blickten auf zwei Jahrzehnte voller wegweisender Projekte, internationaler Kooperationen und einer Forschungstradition zurück, die fest in Jena verankert ist. Das historische Volksbad bot dabei die perfekte Kulisse für dieses besondere Event.

Lichtkünstler c Jenvis Research
Ein echter Höhepunkt: Der ansässige Lichtkünstler würdigt die optometrische Gerätetechnik. (Foto: Jenvis Research)

Oliver Kolbe (Rehaklinik Masserberg) und Johannes Schubart (Optiswiss) führten emotional und unterhaltsam durch einen Tag voller Erinnerungen und Innovationen. Neben Ausblicken auf die Zukunft der Kontaktlinse (Lyndon Jones, Kanada), neuen Erkenntnissen zum Tränenfilm (Jim Kokinakis, Australien) und aktuellen Daten zu Drop-out-Quoten (Bo Lauenborg, Dänemark) bot Jenvis auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Bühne. Drei „Young Talents“ präsentierten in einer Rapidfire-Session prägnante Ausschnitte ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Ein Höhepunkt war das Live-Kochevent des britischen Kontaktlinsenanpassers Brian Tompkins, der das „Erfolgsrezept für Kontaktlinsen“ zubereitete. Abgerundet wurde der Tag mit einer Feier im Zeiss-Planetarium Jena. Vertreter aus Politik und Forschung würdigten nochmals die Bedeutung der Optikregion Jena und die Rolle der Gastgeber als Impulsgeber. Und der hatte auch für Unterhaltung gesorgt: Ein ansässiger Lichtkünstler beeindruckte zum Beispiel mit seiner Show während der Konferenz und beim Abendprogramm.

Morgendlicher „Vision@Sports-Lauf“

Sportlich startete der zweite Konferenztag mit dem morgendlichen „Vision@Sports-Lauf“ durch den Paradiespark. Inhaltlich folgte darauf eine Reise durch das lebenslange Sehen: Von kindlicher Sehentwicklung und Myopie-Management über Sehen im Sport bis hin zu Presbyopie und Glaskörpertrübungen deckte das Programm die gesamte Bandbreite des visuellen Lebens ab. Die Konferenz brachte dabei optometrische und ophthalmologische Referierende gemeinsam auf die Bühne. Ein klares Zeichen für die Wichtigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Live-Cooking Brian Tompkins c Jenvis Research
Live-Cooking auf der Bühne – Brian Tompkins kocht sein Kontaktlinsenerfolgsrezept. (Foto: Jenvis Research)

Ja, die Jena Vision Conference war eine besondere Veranstaltung mit wissenschaftlich fundierten Inhalten und einem freundschaftlichen Charme. Ob internationale oder deutsche Fachbeiträge, die persönliche Verbundenheit war in jedem Vortrag spürbar. Jenvis bot mit dieser Veranstaltung Raum für bekannte und unbekannte Gesichter der Branche und zeigte einmal mehr, wie entscheidend eine enge Zusammenarbeit ist.

Sickenberger umschrieb das Event als „eine non-profit-Tagung auf fachlich hohem Niveau in historisch bedeutsamem Umfeld in Jena unter Freunden. Ermöglicht haben dies vor allem die vielen Helfer, Freunde und Familie und unsere Forschungspartner – vielen Dank für die langjährige enge Zusammenarbeit und die Unterstützung.“

Ausblick in die Zukunft

Die Jubiläumskonferenz war nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Blick nach vorn. Jenvis hat die Weichen für die kommenden Jahre gestellt und deutet an, wohin sich Forschung und Praxis in der Optometrie entwickeln werden. Laut Jenvis stehe man aktuell schon fast vor dem Luxusproblem, gar nicht alle Forschungsanfragen annehmen zu können. Hauptsächlich bleibe man aber bei den Bereichen Entwicklung und Testung optischer Hilfsmittel wie Kontaktlinsen, Brillengläser, Intraokularlinsen und der Entwicklung und Prüfung von Geräten zur Augendiagnostik. Dazu soll es in den kommenden Jahren einen stärkeren Fokus auf das Thema „Gutes Sehen im (Profi-) Sport“ geben: ein Herzensthema der beiden sportbegeisterten Forscher.

Diese Konferenz hat zeigt, wie fest Jenvis in Jena verwurzelt ist und gleichzeitig internationale Offenheit lebt. Mit diesem Mix aus Tradition und Innovation steht den nächsten 20 Jahren wohl nichts im Wege. Dabei ist derzeit noch offen, ob es nach der durchweg positiven Resonanz bei der Jubiläumsveranstaltung bleibt oder ob wir auf eine Wiederholung der Jena Vision Conference hoffen dürfen.

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Artikel aus der eyebizz 1.2026 (Januar/Februar)

 

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