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Sehstörung RCS, die Managerkrankheit

Wenn Stress auf die Augen geht

Plötzlich taucht ein dunkler Fleck im Gesichtsfeld auf, Lesen fällt schwer oder manche Dinge erscheinen verzerrt: Dann handelt es sich in den meisten Fällen um die Augenerkrankung RCS. Da Stress als einer der Haupt-Auslöser gilt, wird diese Sehstörung von Augenärzten auch gerne als „Managerkrankheit der Augen“ bezeichnet.

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Foto: Pixabay

Retinopathia centralis serosa, kurz RCS: Ursache der Sehstörung ist eine Netzhautabhebung, verursacht durch ein brüchiges Blutgefäß in der Aderhaut, aus dem Flüssigkeit austritt, die in sowie unter die Netzhaut des Auges gelangt.

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RCS tritt etwa in einer Häufigkeit von 1:10.000 auf, am meisten bei Männern zwischen 20 und 50 Jahren, aber genaue Daten gibt es hierzu bislang nicht. Unter den Betroffenen finden sich oft Persönlichkeiten des Typs A, die sehr dynamisch, sehr ehrgeizig auftreten und viel zu managen haben, was wiederum viel Stresshormon Kortisol im Blut produziert, welches die Blutgefäße brüchig macht. Vermutlich sind aber noch weitere Faktoren für den Ausbruch der Sehstörung ausschlaggebend, wie genetische Gegebenheiten oder generelle Durchblutungsstörungen.

Diagnose und Therapie

Die Augenkrankheit kann mittels Fluoreszenzangiografie und der optischen Kohärenztomografie (OCT) festgestellt werden. Die Fluoreszenzangiografie bildet mit Farbstoffen die Durchblutung der Netzhaut ab. Die optische Kohärenztomografie (OCT) tastet mit Hilfe eines diagnostischen Laserstrahls die Netzhautoberfläche ab und kann die Netzhautabhebung bildlich darstellen.

In den meisten Fällen seien die Chancen einer Spontanheilung gut, was aber nicht bedeute, dass eine RCS nicht wieder auftreten kann. In fast 50 Prozent komme es zu einem erneuten Schub einer RCS und in ganz seltenen Fällen sogar zu einer schweren Vernarbung der Netzhaut, so dass nur noch eine Rest-Sehkraft von nur noch zehn oder gar fünf Prozent bleiben kann.

Muss die RCS therapiert werden, wird meist mit einem Laser eine punktuelle Vernarbung angeregt, welche die Netzhaut wieder am Untergrund haften lässt. Aber diese Therapie kann nur dann durchgeführt werden, wenn der Quellpunkt nicht innerhalb des Sehzentrums liegt, weil bei jeder Behandlung mit dem Laser auch Gewebe zerstört werde. Die Narbe muss also genug weit vom Sehzentrum entfernt sein, sonst könne dauerhaft ein schwarzer Fleck im Sichtfeld bleiben. Dann gibt es noch weitere Alternativen der Behandlung.

Am besten sei es aber immer noch, negativen Stress möglichst zu vermeiden, damit es erst gar nicht zu dieser Sehstörung kommt.

 

Lesen Sie den Artikel auf Bayerischer Rundfunk – BR.de

 

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