Viele Betriebe stehen vor wachsenden Anforderungen. Neue Themen und Aufgabenfelder kommen im Fachlichen dazu, Bürokratie und Dokumentation nehmen zu, Marketing-Maßnahmen werden komplexer und zeitintensiver, zugleich bleibt der Fachkräfte-Bedarf eine zentrale Herausforderung.
Wo die Reise hingeht bei den kommenden Entwicklungen, zeigen Fachverbände und Industrie auch in diesem Herbst wieder. Und egal, zu welchem Branchentreffen es Fachleute aus Augenoptik, Optometrie, Kontaktlinsen-Anpassung und Hörakustik auch zieht, ein Gewinn für die Zukunft des Betriebs ist die Teilnahme an einer (oder mehreren) der Veranstaltungen auf jeden Fall!
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OPT-X am 13. September in Baden
Unsere Schweizer Nachbarn haben in Sachen Branchentreffen einiges zu bieten. Dort steht in Baden (zwischen Basel und Zürich gelegen) wieder die OPT-X an. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der beiden Verbände OSO (Organisation für Schweizer Optometrie) und OptikSchweiz und richtet sich an Augenoptiker, Optometristen, Betriebsinhaber genauso wie an Studentinnen und Dozenten.
Wer da noch hinwill, muss sich sputen, denn die OPT-X findet am 13. September statt, kurz nach Erscheinen dieser eyebizz-Ausgabe, wieder in der Event-Location Trafo. Im ehemaligen Transformatoren-Werk treffen sich Fachleute aus Optometrie und Augenoptik, um über so unterschiedliche Themen wie Dry Eye, Sklerallinsen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fachsimpeln. Keynote-Speakerin Sarah Farrant sowie Referierende aus England, Deutschland, Italien und der Schweiz sorgen für internationale Perspektiven, praxisnahe Impulse und inspirierenden Austausch.
Die OPT-X in der Schweiz in der Event-Location Trafo in Baden, einer ehemaligen Werkshalle zur Transformatoren-Produktion (Bild: Patricia Perlitschke)
Neben dem Vortrags-Programm bilden interaktive Workshops einen festen Bestandteil des Kongresses. Sie legen besonderen Fokus auf aktive Mitarbeit, Austausch in Kleingruppen und praxis-orientierte Vertiefung ausgewählter Themen. Außerdem gibt es eine Industrie-Ausstellung, die zusätzliche Einblicke in aktuelle Entwicklungen verspricht und vielfältige Möglichkeiten zum Networken schafft.
Ebenfalls mehrere Fachverbände sind Veranstalter der Sicht.Kontakte vom 9. bis 11. Oktober. IVBS (Internationale Vereinigung für Binokulares Sehen), VDCO (Vereinigung Deutscher Contactlinsen-Spezialisten und Optometristen) und ZVA (Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen) treten gemeinsam auf, setzen aber auch mit eigenen Programmpunkten ihre jeweiligen Schwerpunkte, wie ein kleiner Vorgeschmack auf das Programm zeigt:
Am Freitag findet die VDCO ’26 statt mit Fachvorträgen zu Kontaktlinse, vorderem Augenabschnitt und Trockenem Auge sowie praxisnahen Workshops zu Kinderoptometrie, OSFT und Screening.
Tag der Optometrie der Sicht.Kontakte 2025: Hier Dr. Oliver Kolbe bei seinem Vortrag über Methoden zur Wiederherstellung der Sehfähigkeit (Bild: ZVA / Peter Magner)
Am Samstag gibt es die gemeinsame Eröffnung mit kurzen Impulsvorträgen und anschließender Diskussionsrunde von ZVA und VDCO zum Thema Augenscreening, die ZVA-Obermeistertagung (öffentlicher Teil mit Fachvorträgen) sowie den IVBS-Praxistag mit Workshops und Seminaren zu Skiaskopie, visuellen Leistungs-Parametern, MKH und Kinderoptometrie. Es geht weiter bei der VDCO´26 mit Vorträgen zum Screening und Erkrankungsbildern der Netzhaut sowie Myopie-Management und Workshops zur Kontaktlinsen-Anpassung und Vermarktung, des Weiteren ein Rapid-Fire-Format der VDCO Young und dem Studi-Forum sowie dem Educator Meeting, dem Treffen der Dozenten des Fachs Kontaktlinsen-Anpassung und Optometrie.
Am Sonntag schließt das Branchentreffen mit dem gemeinsamen Tag der Optometrie mit Beiträgen u.a. zu Myopie-Management, augenoptischer Versorgung von Kindern, aktuellen Forschungs-Fragen und visuellen Leistungs-Parametern.
Augenoptiker, die mit der Idee spielen, in ihrem Betrieb Hörakustik anzubieten, oder bereits einen Mischbetrieb führen, werden die diesjährige EUHA kurz darauf bereits in ihrem Kalender vorgemerkt haben. Der 70. Internationale Kongress vom 14. bis 16. Oktober hält für Fachgeschäfte mit Augenoptik und Hörakustik zahlreiche Angebote bereit. Aussteller zeigen praxisnahe Konzepte für Digitalisierung, Ladenbau, Marketing und Mitarbeiter-Gewinnung in der Messehalle.
Auch das Vortrags-Programm der „EUHA Live-Area“ bietet zahlreiche Themen mit branchen-übergreifender Relevanz, von KI-gestützter Software im Betriebsalltag bis hin zur erfolgreichen Organisation einer Unternehmens-Gründung.
Auch das Vortrags-Programm der „EUHA Live Area“ in der Messehalle bietet neben dem Hörakustiker-Kongress im Vortragssaal viele Themen mit branchen-übergreifender Relevanz (Bild: EUHA / Foto Rechtnitz)
Apropos KI: Der Kongress-Freitag der Veranstaltung wird zum KI-Tag. Unter dem Motto „KI, die sich morgen rechnet“ zeigt das neue Schwerpunkt-Format, wie Hörakustik-Anbieter Künstliche Intelligenz konkret in ihren Arbeitsalltag integrieren können.
Kaum ein Thema verändert derzeit die Arbeitswelt so stark wie KI. Gleichzeitig fragen sich nicht nur viele Hörakustik-Betriebe, wie sich die Technologie konkret und sinnvoll im Alltag nutzen lässt. Deshalb stehen hier statt abstrakter Zukunftsvisionen praxisnahe Anwendungen im Mittelpunkt, die ohne technisches Vorwissen verständlich sind und sich bereits am nächsten Werktag im Betrieb einsetzen lassen. Der Fokus liegt auf Lösungen, die den Alltag erleichtern, Prozesse effizienter machen und Teams spürbar entlasten.
Durch die Kombination aus Bühnenprogramm, Workshops, Live-Formaten und der Einbindung der Industrie-Ausstellung entstehe mit dem EUHA-Kongress ein integriertes Gesamterlebnis mit hohem Praxisnutzen, versprechen die Veranstalter EUHA (Europäische Union der Hörakustiker) und BVHI (Bundesverband der Hörsysteme-Industrie).
Partnerland bei diesem Branchentreffen ist diesmal die Niederlande. Die Entfernung zwischen Hannover und der niederländischen Grenze beträgt nur etwas mehr als 200 Kilometer. Das Partnerland-Konzept umfasst vielfältige Elemente und wird mit unterschiedlichen Programmpunkten und Highlights während der drei Veranstaltungs-Tage präsent sein.
Erstmals wird auch die Internationale Hyperakusis- und Misophonie-Konferenz im Rahmen des EUHA-Kongresses stattfinden. Ziel ist es, eine Brücke zwischen der audiologischen, psychologischen und neuro-wissenschaftlichen Forschung zu Geräusch-Empfindlichkeit zu bauen (ichm8.org).
Kein (!) Spectaris-Trendforum im November in Berlin
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, mag mancher Fan des Trendforums unter den Augenoptikern in diesem Jahr denken – frei nach dem preisgekrönten deutschen Kinohit von Simon Verhoeven bzw. dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff –, weil die Flaggschiff-Veranstaltung von Spectaris – sonst Anfang November – 2026 „pausiert“.
Über viele Jahre bot das Branchentreffen der Augenoptik eine Kombination aus Zukunftsthemen, Inspiration, Networking und Show-Elementen. Möglich wurde dies auch durch die hohe Loyalität vieler Sponsoren und Besucher. Im Mai hatte der deutsche Industrieverband mit Sitz in Berlin die Umstellung vom jährlichen auf einen zweijährlichen Turnus mitgeteilt. Das nächste und zugleich 25. Event dieser Reihe ist also erst wieder am 8. November 2027.
Das Spectaris-Trendforum (Abb.), hier 2025, pausiert 2026, lediglich die Industrie trifft sich beim Spectaris-Zukunftsfestival (Bild: Spectaris / Detlev Schilke)
Damit reagiere man auf den vielfach geäußerten Wunsch aus der Branche nach mehr zeitlichem Raum für inhaltliche Weiterentwicklung, kreative Konzeption und wirtschaftliche Planungssicherheit, hieß es. „Das Trendforum ist für viele in der Branche weit mehr als nur eine Veranstaltung. Es ist ein Ort für Austausch, Inspiration und den gemeinsamen Blick nach vorne“, sagte Mirjam Rösch, Vorsitzende des Spectaris-Fachverbands Consumer Optics und stellvertretende Spectaris-Vorsitzende.
Zumindest die Industrie-Unternehmen können sich dieses Jahr treffen: Das Spectaris-Zukunftsfestival am 16. September in Berlin widmet sich vormittags der Mitglieder-Versammlung. Am Nachmittag können auch andere interessierte Unternehmens-Vertreter als „externe Gäste“ beim Motto „Transformation und Wachstums-Pfade“ dabei sein. Geplant seien „unter anderem Beiträge zu Erfolgsfaktoren unternehmerischer Transformation, Wachstums-Perspektiven für den Hightech-Standort Deutschland sowie aktuellen Entwicklungen im Bereich optischer AR-Technologien“. Auch hier heißt es schnell sein für denjenigen, der dabei sein möchte.
Am 15. November steht tagungstechnisch wieder Dortmund im Blick•, der Verbandstag des Augenoptiker- und Optometristen-Verbands NRW (AOV NRW). Details zum geplanten Programm lagen zu Redaktionsschluss noch nicht vor, auch die Anmeldeseiten waren noch nicht fertig, aber wer tatsächlich noch nicht da war und mag, kann sich auf der Website eines der mitgliederstärksten Innungsverbände schon einmal von den vergangenen Veranstaltungen inspirieren lassen.
Thomas Heimbach (Vorsitzender AOV NRW, rechts) begrüßte beim Blick• 2025 Dr. Gregor Gysi als Keynote-Speaker (Bild: AOV NRW)
Alle Übrigen dürften wissen, was sie erwartet, denn der inzwischen 45. Verbandstag im Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund ist jedes Jahr ein Mega-Branchentreffen und dürfte auch diesmal einiges bieten. 2025 gab es mit über 400 Teilnehmern sowie 27 Partnern und 22 Ausstellern eine neue Bestmarke. Vorsitzender Thomas Heimbach und sein Organisations-Team haben keine Angst vor großen Tieren aus Kultur oder Politik, wie die Verpflichtung von Dr. Gregor Gysi als Keynote-Speaker im vergangenen Jahr bewies, und sorgen immer für eine gelungene Mischung aus aktuellen fachlichen, betriebs-wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Themen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei für alle Innungsmitglieder aus NRW sowie alle Mitglieder der Augenoptiker Ausgleichskasse. Teilnehmer anderer Augenoptiker-Innungen und Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen, müssen aber einen Obolus entrichten.
www.aov-nrw.de
/// PE
Artikel aus der eyebizz 5.2026 (September/Oktober), erscheint am 10. September
In dieser Auflistung von Kongressen im Herbst 2026 fehlt leider das OHI Update in Wien. Hier gibt es Infos dazu.