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Biometrische Brillengläser sind Gegenwart für Durchschnittsbrillenträger

Rodenstock hat den Kern getroffen

Als Rodenstock Mitte Januar dieses Jahres bei der opti in München die Ausweitung der „B.I.G. EXACT Sensitive“-Technologie auf das komplette Portfolio des deutschen Brillenglasherstellers verkündete, hatte „B.I.G. EXACT Sensitive“ bereits die ersten Preise eingeheimst. Der Schritt, die Brillengläser „für jedes Alter, jeden Lebensabschnitt und jeden Lebensstil“ verfügbar zu machen, scheint angesichts der weiteren Auszeichnungen und des öffentlichen Feedbacks in der Branche nicht die schlechteste Idee von Rodenstock zu sein.

Rodenstock opti 2026 Uttenweiler Ruetten Ilmer am Stand
Dr. Dietmar Uttenweiler (li.) und Markus Ilmer (re.) mit eyebizz-Chefredakteur Ingo Rütten bei der opti (Foto: Rodenstock)

Dass Premium-Brillengläser ihre Berechtigung am Markt haben, musste beim Gespräch von eyebizz-Chefredakteur Ingo Rütten mit Dr. Dietmar Uttenweiler, Rodenstocks Executive Vice President Innovation, und Markus Ilmer, Director Product Management, nicht thematisiert werden. Vielmehr stellen sich nicht wegen dieser Portfolio-Erweiterung sondern generell beim Thema Brillenglas eher Fragen wie: „wie individuell muss es sein?“ oder „könnt ihr denn noch mit gutem Gewissen andere – in diesem Fall nicht biometrische Brillengläser – verkaufen?“

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Fragen, die jemand aus der Forschung und Entwicklung nachvollziehbar nicht beantworten mag, die aber anregen, das Erreichte ins angemessene Licht zu rücken: „Wir haben von der Branche ein super Feedback erhalten, haben einige Awards gewonnen und letztlich sprechen auch die Reaktionen unserer Mitbewerber für unser Produkt. Wir haben mit ‚B.I.G. EXACT Sensitive’ den Kern getroffen“, erklärt Uttenweiler die Erweiterung auf das komplette Portfolio.

Exaktes biometrisches Augenmodell

Zur Erinnerung: Rodenstock setzt nicht mehr auf ein Standard-Augenmodell à la Gullstrand- und hat diesem bereits vor vielen Jahren – zumindest in den eigenen vier Wänden – ein Ende bereitet. Weil das Sehen und damit das gesamte Sehsystem eines jeden Menschen einzigartig sei, integriere man das exakte biometrische Augenmodell des Brillenträgers und fortschrittliche Algorithmen und berücksichtige damit dessen ebenso einzigartige visuelle Wahrnehmung.

„Jedes ‚B.I.G. EXACT Sensitive’-Brillenglas wird auf Basis von mehr als 7.000 biometrischen Datenpunkten und über 80 Parametern berechnet, die mit der bahnbrechenden DNEye-Technologie erfasst werden. So entsteht ein Brillenglas, das so einzigartig ist wie ein Fingerabdruck, da es anhand der individuellen biometrischen Daten und des visuellen Sensitivitätsprofils gefertigt wird“, heißt es aus der Unternehmenskommunikation. Die neueste Entwicklung sammelt dabei nicht nur Auszeichnungen, sondern überzeugte schon zuvor bei den internen Tests mit Bestnoten. Ein interner Glasdesign-Vergleich habe bestätigt, dass die neuen Brillengläser eine verbesserte Sehleistung und um bis zu 42 Prozent mehr aberrationsfreie Bereiche böten.

Nichts anderes mehr nötig

Folgerichtig gibt es die Brillengläser seit Jahresbeginn für jeden: Als Einstärkenglas (Mono) für den Brillenträger, der seine Gleitsichtlaufbahn noch vor sich hat, und als Mono+ für diejenigen, die sich trotz junger Jahre zusätzlich eine Unterstützung beim Lesen, im Nahbereich und für den digitalen Lebensstil gönnen mögen. Und natürlich spiele das dazu gehörige Gleitsichtglas erst recht seine Stärken aus – mit einem „nahtlosen Übergang zwischen Nah-, Zwischen- und Fernsicht, und einem durch ein breites Sichtfeld sowie einer hohen Spontanverträglichkeit ermöglichten höchsten Komfort“. Der Vollständigkeit sei hier auch noch das „Ergo“ erwähnt, die Lösung für den Arbeitsplatz mit einem Nah- und Zwischenbereich für Innenarbeit in einer Entfernung von bis zu 2,5 Meter.

Das Feedback der Brillenträger, die „B.I.G. EXACT Sensitive“ tragen, sei so überwältigend positiv, dass es nur folgerichtig sei, diese Technologie auf das komplette Portfolio auszuweiten, sagt Ilmer und ergänzt: „Jeder Mensch hat doch das beste Sehen verdient, jeder hat unsere Technologie verdient. Unser ganzes Konzept macht nachvollziehbar, was möglich ist. Die Ergebnisse sind nachvollziehbar, die Kunden verstehen nach dem Aufsetzen der Brille sofort, warum der Augenoptiker ihnen diese Gläser empfohlen hat. ‚B.I.G. EXACT Sensitive’ bieten unabhängig vom Lifestyle und für jeden Lifestyle bestmögliches Sehen, optimalen Kontrast und minimalst mögliche Unschärfen im Randbereich, sie passen sich an jedes Alter des Kunden an.“

Uttenweiler lässt eine einzige Ausnahme gelten, welche Zielgruppe andere Brillengläser bekommen sollten – mit einem Seitenblick auf MyCon fürs Myopie-Management. „Bis zu einem Alter von etwa 14 Jahren ist das vielleicht nicht das richtige Produkt, jedenfalls nicht für Kurzsichtige. Spätestens aber sobald das Augenwachstum abgeschlossen ist, gelten für alle Brillenträger dieselben Vorteile“.

Nach dem Wachstum des Brillenträgers kann auch ein anderes Thema vernachlässigt werden, eines, das die Verantwortlichen ohnehin kaum gelten lassen. Wie viel der Präzision der Brillengläser beispielsweise bei einem schlechten Sitz verloren ginge, ist für die Verantwortlichen nur theoretisch von Interesse. Uttenweiler: „Das Thema gibt es schon ewig. Siehe die Diskussionen bezüglich der Empfindlichkeit von individuellen Brillengläsern gegenüber Fehlzentrierungen beziehungsweise Fehlmessungen. Hierzu haben wir schon zahlreiche Fachartikel publiziert.  ‚B.I.G. EXACT Sensitive’ sind nicht empfindlicher in dieser Hinsicht, sie starten auch deutlich näher am Optimum und die in den Fachartikeln beschriebene Argumentation gilt weiterhin. Aber natürlich sind das exakte Arbeiten in der Augenoptikerwerkstatt und die anatomische Anpassung wichtig, wir als Brillenglashersteller sehen die Brillenträger nämlich nicht persönlich.“

Somit gibt es offensichtlich keinen Grund, warum diese Brillengläser insbesondere für unabhängige Augenoptiker nicht interessant sein sollten, insbesondere auch für den Mehrverkauf – das Portfolio Rodenstocks ist darauf ausgelegt. Und der Durchschnittsbrillenträger braucht nicht nur eine Gleitsicht, sondern mindestens eine Sonnenbrille und eine Officebrille zusätzlich.  Auch das braucht wohl nicht weiter thematisiert zu werden!

/// IR

 


 

Rodenstock F&E: Ausgetüftelt in Bavaria

Im März lud Rodenstock ausgewählte Partneroptiker in die Zentrale nach München ein zu einem besonderen Tag der offenen Tür und exklusiven Einblicken in die Abteilung Forschung und Entwicklung.

Rodenstock Headquarter Tag der offenen Tür 2026
Tag der offenen Tür bei Rodenstock in München (Foto: Rodenstock)

Thomas Pfanner (Manager Rodenstock für Deutschland und Österreich) und Marcus Desimoni als CEO der Rodenstock Gruppe begrüßten die rund 120 geladenen Gäste und stimmten auf die Agenda ein. Dass die Forschung und anschließende Umsetzung in möglichst innovative erfolgreiche Angebote für Augenoptiker oft mehrere Jahre Planung und Vorlauf benötigen, sollte dieser Tag der offenen Tür in dieser Form zeigen: Eine Transparenz, die den Gästen verdeutlichte, wieviel Arbeit hinter einer Produktlösung steckt.

Rodenstock hatte sich rausgeputzt, um die Kundenbindung zu vertiefen: Impulsvorträge zu den Produkt-Highlights, Erlebnisräume zu unterschiedlichen Themen und einen Store, um die komplette, ausgefeilte Customer Journey der Münchner zu demonstrieren. Ob Learning Session zu „B.I.G. Exact Sensitive“, eine Preview auf den neuen CNXT-Produktkatalog oder die Abteilungen Marketing, Außendienst und Akademie: Die Gäste konnten sich informieren, aber auch Fragen stellen und nach Herzenslust Anregungen und Wünsche mitteilen. Wer mochte, konnte sich dann auch für ausgesuchte Pilotphasen als Testbetrieb melden.

Exklusive Führung durchs Allerheiligste

Verständlicherweise hütet der Brillenglas-Hersteller seine Ideen-Schmiede besonders sorgsam, eben so wie den vielzitierten Augapfel. Umso erstaunlicher und außergewöhnlicher, dass beim Event Augenoptiker in der Zentrale nicht nur Infos zu geplanten Neuheiten bekamen, sondern auch die Chance auf diese exklusiven Einblicke hinter die Kulissen der Forschung und Entwicklung, kurz F&E.

Rodenstock F und E: Sehanalyse - Stecker und Dr. Bernard
Bachelor-Studentin Lea Stecker und Dr. Yohann Bernard bei der internen Analyse von Sehvorgängen (Foto: Rodenstock)

In den vergangenen Monaten haben die Münchener europaweit mehrere Auszeichnungen für ihre Brillengläser „B.I.G. Exact Sensitive“ erhalten (siehe untenstehenden Bericht), was in einem kurzen Film-Einspieler in der Lobby entsprechend gewürdigt wurde. Im Anschluss daran war die Führung ins Allerheiligste, „where the magic happens“ besonders spannend für die gutgelaunten Gäste.

Engagement und Ehrgeiz

Mehrere Abteilungen stellten beim Event vor. Zum Beispiel der Bereich zur Physiologie des Sehens – mit tatkräftiger Unterstützung Studierender der Hochschule München. Oder die Forschungsteams für neue phototrope Materialien und schützende Brillenglas-Beschichtungen. Neben den Erkenntnissen aus massig Informationen wurde beim ganzen Forschungsteam das enorme Engagement und der Ehrgeiz deutlich, die bestmöglichen Lösungen zu entwickeln, gepaart mit der großen Freude, wenn genau das gelingt: Erfolge, so vermittelte es der Gastgeber, sind immer eine Teamleistung.

Rodenstock F und E: Beschichtung - Rosier und Grau
Dr. Elisabeth Rosier und Dr. Markus Grau tüfteln bei Rodenstock an neuen Beschichtungen (Foto: Rodenstock)

Und sollte es noch kein passendes Mess- oder Justiergerät geben für die „Fähigkeiten“ der Neuentwicklung, dann wird das eben auch entwickelt – Forscher und Tüftler sind sie halt bei Rodenstock! Damit die neuen Produktentwicklungen produktionsreif für die weltweiten Werke werden können, gehen sie natürlich noch von München dann weiter zum Standort Regen ins „Engineering Center“.

Auch wenn selbstredend keine konkreten Forschungen oder Interna verraten wurden bei der Führung, ein Betriebsgeheimnis lüftete der „Hüter der heiligen Hallen“ Dr. Dietmar Uttenweiler dann doch: Dass der Executive Vice President Innovation mit seinem Team zum Brainstorming und Problemlösen gerne auch mal „auf den Berg wandern geht“ – Höhenangst oder Unlust am Wandern sollte man bei Rodenstock also zumindest in der Forschung und Entwicklung nicht haben!

/// PE

 


 

Erfolgsgeschichte geht weiter

Internationale Awards für „B.I.G. EXACT Sensitive“

Mit dem Top Opta Award (Tschechien) in der Kategorie „Quality Vision for All Generations“ und dem Belgoptic Award (Belgien) in der Business-Kategorie für die „Innovation of the Year“ hat Rodenstock für „B.I.G. EXACT Sensitive“ weitere internationale Auszeichnungen erhalten. Bereits im Vorjahr gab es vier Preise: den German Innovation Award (Deutschland), Silmo d’Or (Frankreich), Gold Medal der Grupa MTP (Polen) und den Optician Lens Awards (UK).

Durch die Auszeichnungen sehen sich die Münchener in ihrer Mission bestätigt, das Sehen neu zu definieren. „B.I.G. EXACT Sensitive“ nutzt die Vermessungstechnologie des DNEye Scanners und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Beides zusammen bestimme sowohl die individuelle Biometrie eines jeden Auges als auch die persönliche Wahrnehmung von Seheindrücken eines jeden Brillenträgers. Die gemessenen Daten fließen in die Fertigung ein, wodurch laut Hersteller „hochgradig personalisierte Brillengläser“ entstehen. Das Ergebnis sei ein deutlich verbessertes Seherlebnis. „Brillenträger profitieren von einem flüssigeren, dynamischeren Sehen, einem verbesserten Lesefluss und einer besseren räumlichen Orientierung in allen Situationen. Durch die Berücksichtigung der visuellen Sensitivität wird das Sehen nicht nur schärfer, sondern auch komfortabler und intuitiver“ ergänzt Rodenstock in einer Mitteilung zu den beiden neuen Awards.

„Wir sind sehr stolz darauf, so viele prestigeträchtige Auszeichnungen aus zahlreichen europäischen Ländern bekommen zu haben, die unsere Innovationsstärke würdigen,“ sagt Catherine Stahl, Executive Vice President Marketing & Strategy. „Dies bestätigt einmal mehr, dass unsere bahnbrechende Technologie federführend ist. Die meisten Brillengläser werden für ein ‚Durchschnittsauge‘ hergestellt. Unsere Augen sind jedoch alles andere als durchschnittlich. ‚B.I.G. EXACT Sensitive“-Brillengläser sind hingegen so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Hergestellt auf Basis des individuellen biometrischen Augenprofils und der persönlichen visuellen Wahrnehmung des Brillenträgers, bieten sie ein Sehen, das sich natürlich wie nie zuvor anfühlt. Diese Auszeichnungen sind Ansporn, unserer Vision – allen Menschen bestes Sehen zu ermöglichen – auch in Zukunft zu folgen.“

Die Rodenstock-Gruppe beschleunigt davon unabhängig ihren regionalen Vertriebsaufbau in Osteuropa. Diesbezüglich wurde eine Vereinbarung zur Übernahme von DEA Lens Project d.o.o. und NI-VA Lens d.o.o. bekannt gegeben, den führenden Anbietern von Brillengläsern sowie optischen und ophthalmologischen Geräten in Kroatien – beide Unternehmen waren langjährige Partner von Rodenstock.

DEA Lens Project Rodenstock Gruppe
DEA Lens Project gehört fortan zur Rodenstock Gruppe, die ihren regionalen Vertriebsaufbau in Osteuropa beschleunigt. (Foto: Rodenstock)

DEA Lens Project d.o.o. wurde 1995 in Osijek gegründet und genieße einen hervorragenden Ruf beim Aufbau und der Pflege von Beziehungen zu unabhängigen Augenoptikern. Unter der Leitung von Damir Borovac habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet – Borovac bleibt demzufolge auch weiterhin Teil des Führungsteams.

/// Redaktion / IR

 


 

Artikel aus der eyebizz 3.2026 (Mai/Juni)