Pariser Augenoptik Messe

SILMO 50: Sehen und gesehen werden

50 Jahre und ein bisschen weise. Die SILMO feierte Anfang Oktober (6.-9.10.) ihren runden Geburtstag im Grand Palais und machte den Abend der Preisverleihung des Silmo d’Or nicht nur für die dort ausgezeichneten Preisträger unvergesslich. Trotz aller Anschläge, trotz Terrorgefahr, die Franzosen können feiern. Die Messe insgesamt war ein Fest nach dem Motto: Sehen und gesehen werden.

Lafont - Silmo 2017
Dagmar Schwall

Wer zur Messe nach Paris nach Villepinte fährt, erlebt die Aussteller, das Business des Salon International du Mondial de l’Optique (kurz: SILMO). Wer sich die Zeit nimmt und einen oder zwei Abstecher in die Innenstadt unternimmt, spürt den Nerv der Seine-Stadt, den Puls dieser faszinierenden Metropole. Inspiration ist garantiert. Viele mögen auch diesen Part des Messeumfeldes, immer in Richtung Opera Garnier, Palais Garnier und weiter ins Marais. Die Silmo lockt eben auch nach ihrem Auszug in den Norden in die Nähe des Flughafens Charles De Gaulle mit diesen zwei Welten. Die messenahen Bahnstationen und auch die Messeshuttle machen den Transfer möglich. Fast 1.000, nach Messeinformationen 957 Aussteller, 78 Prozent international, aus 42 Ländern, davon 154 neu teilnehmende Unternehmen, haben diesmal 37.337 Besucher begrüßt. 10,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, freut sich die neue Silmo-Präsidentin, Amelie Morel. Viele von ihnen genossen die zwei Seiten der Silmo, auf dem Messegelände und – gerade bei dem Geburtstagsfest – im monumentalen Grand Palais.

Dagmar Schwall

Beim Rundgang durch die Hallen lag der Schwerpunkt auf Fassungsdesigns. Einige Glashersteller setzen auf andere Messen: Rodenstock war bei Optovision untergeschlüpft. Hoya und Seiko verzichteten ganz auf die Messe. Auch Fassungs- und Glashersteller Silhouette glänzte durch Abwesenheit. Einen starken Auftritt hatte neben Essilor und Zeiss allerdings Novacel (Château-Thierry/ Wetzlar) auf der Silmo. „Bei der opti werden wir den zweitgrößten Stand haben“, verriet Rüdiger Düning, Präsident und CEO von Novacel. Mit der neuen Brillenglasmarke Leica erwartet er in Deutschland auf großes Interesse zu stoßen: „Fielmann hilft uns dabei indirekt“, schmunzelt er. Denn schließlich könnten sich mittelständische Augenoptiker mit Leica markenstrategisch vom Wettbewerb absetzen.

Dagmar Schwall

Markttreiber: Form, Funktion, Innovation

Das Angebot der Fassungshersteller ließ keine Wünsche offen. Erlaubt ist dabei, was gefällt. Individualität lautet das alles beherrschende Mantra. Hier ein paar Highlights: Farben sind Thema, von glasartig transparent über Knallfarben wie Rot, Blau, Grün, Orange oder Gelb bis zum Klassiker Schwarz. Pastelltöne setzen edle Akzente, je nach Zielgruppe. Formen sind durch Architektur inspiriert (J.F.Rey, Fixion) zum Beispiel durch die Pyramiden des Louvre. Cateye bleibt, die Pilotenform erlebt in allen möglichen Ausprägungen eine Hochblüte. Variationen mit Doppelsteg und Schichten erweitern das Repertoire. Rund läuft weiter auf Hochtouren, in großen wie kleinen Varianten. Verspielt akzentuiert wie bei von der Silmo ausgezeichneten Liò mit dem Modell IVM 1048, ein extravagantes Modell aus Metalldraht. Apropos: „Mix it“, heißt es nach wie vor für Materialien wie Acetat und Metall. Hochleistungskunststoffe wie XP2 (Oxibis), 3D gedruckte Maßanfertigungen und nach wie vor Naturprodukte wie Holz und Marmor sind en vogue. Innovationen rund um Scharniere waren nicht nur Thema der Preisverleihung, Oxibis war nominiert, blieb aber ohne Preis, den dafür der Österreicher Rolf zum dritten Mal abgeräumt hat. Die Kombination von hochverdichtetem Holz und Naturkautschuk verbindet Firmengründer Roland Wolf zu einem multidirektionalen, metallfreien Gelenk – dem FLEX LOCK, das aus allen Richtungen zurückfedert. Ein Alleinstellungsmerkmal im Markt: 100% vom Baum.

Im Low Vision Bereich überzeugte die Jury ein Video-Adapter mit dem sprechenden Namen seeBOOST, der sich an einer Fernbrille anbringen lässt. Mittels Fernsteuerung lassen sich damit Vergrößerung und Kontrast einstellen, so dass Straßennamen oder Anzeigentafeln im eingebauten Minimonitor wieder lesbar werden. Die Orientierung visuell eingeschränkter Personen kann damit verbessert werden. Auch die auf eine zunehmend digitale Welt ausgerichtete Brillenglas-Innovation Varilux X series erhielt einen Award (mehr dazu in Ausgabe 6.2017).

Bei den Maschinen fielen zwei Varianten von Luneau und Oculus (Nidek, mit Silmo d‘Or) auf: Beide versprechen Einsparungen bei Raum und Zeit für die Refraktion. Es sind Lösungen, die zielgenaue Sehwertbestimmung auf kleinem Raum ermöglichen. Aspekte, die für erfolgreiche Unternehmen ausschlaggebend sein können. Kunden wollen nicht warten, mancher Proband erlebt eine Refraktion von 45 Minuten bereits als anstrengend.

Die nächste SILMO Paris findet vom 28. September bis 1. Oktober 2018 statt. Wir sehen uns!//CH

SILMO d’Or in 14 Kategorien:

Preisträger der 50-jährigen Jubiläumsausgabe der Silmo: New Line Optics mit dem Enni Marco Brillenmodell, Kategorie Spezialpreis; Veronika Wildgruber mit dem Modell Arthur, Kategorie Sonnenbrillen Design, SK-X Optical mit SK-X Optical Solution, Kategorie Sportbrillen; AB Vision mit seeBOOST, Kategorie vergrößernde Sehhilfen; Grosfilley mit dem Modell Metropolitan von Aari Bostroem, Kategorie Sonnenbrillen Trend; Novacel mit der Kontaktlinse Binova i-Flex SC Progressive und ex aequo Essilor mit Varilux X series, Kategorie Vision; Fleye mit Fox, Kategorie Premiere Klasse; Rolf mit Deville, Kategorie technologische Innovation; Nidek mit dem TS-310, Kategorie Geräte und Ausrüstung; Marchon mit dem Modell Chloé Palma CE2134, Kategorie Korrektionsfassungen Trend; ADCL APlus mit dem Modell Piwatoo 261, Kategorie Kinder,  Liò mit dem Modell IVM 1048, Kategorie Korrektionsfassungen Design und Blackfin mit dem Modell ARC, Kategorie Spezialpreis der Jury. Glückwunsch!

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