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Augenlinse

Die Augenlinse (Lens crystallina) ist eine beidseitig konvexe Linse, die neben der davor liegenden Hornhaut für die Lichtbrechung im Auge verantwortlich ist. Sie besteht zu etwa 65% aus Wasser und 35% aus Protein und ist (von außen nach innen) aus der Linsenkapsel (Capsula lentis), der Linsenrinde (Cortex lentis) und dem Linsenkern (Nucleus lentis) aufgebaut. Durch die geordnete Lage der Proteine und das Fehlen von Blutgefäßen ist sie im gesunden Zustand transparent. Mit Sauerstoff und Nährstoffen wird sie mit dem zwischen Hornhaut und Linse liegendem Kammerwasser versorgt.

Die Augenlinse hat eine Brechkraft zwischen 19 und 34 Dioptrie, liegt im Grundzustand in kugeliger Form vor und ist so für das Nahsehen optimiert. Ihr weiter Brechkraftbereich entsteht durch ihre Elastizität, die eine Verformung und damit das Scharfsehen in verschiedenen Entfernungen ermöglicht (Akkommodation). Dies wird durch die Aufhängung an den Zonulafasern, die am Ziliarmuskel befestigt sind, möglich. Spannt sich der Ringmuskel an, entspannt sich die Linse und bildet so nahe Objekte scharf der Netzhaut ab, bei Muskelanspannung zieht sich die Linse lang und ermöglicht so das Fernsehen.

Mit dem Alter wird die Linse starrer und kann nicht mehr im normalen Brachkraft Spektrum akkommodieren. Etwa ab dem 40. Lebensjahr entwickelt sich daher eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), die keine Krankheit darstellt.

Es gibt zwei Erkrankungen der Augenlinse:

  • Grauer Star (Katarakt): Bezeichnet eine voranschreitende Trübung der Augenlinse, die mit einer Verschlechterung des Scharfsehens einhergeht. Ein Katarakt kann durch vorschreitendes Alter, ein Trauma (Verletzung) oder als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftreten. Für die Beseitigung eines Grauen Stars eignet sich nur ein operativer Eingriff, bei dem die getrübte natürliche Linse gegen eine künstliche Intraokularlinse ausgetauscht wird.
  • Linsenektopie: Die Linsenektopie beschreibt eine teilweise oder vollständige Verlagerung der Augenlinse in die Vorkammer oder den Glaskörper. Tritt sie auf einem Auge auf, ist dies meist auf ein Trauma (Verletzung, Entzündung, Katarakt) zurückzuführen, während bei einer beidseitigen Linsenektopie eine Missbildung oder genetische Veranlagung (Bindegewebe- oder Stoffwechselstörungen) zugrunde liegen. Unterscheiden werden die vollständige (Luxatio lentis) oder teilweise Ablösung (Subluxatio lentis) und die Lockerung der Linse durch eine geschwächte Linsenaufhängung (Linsenschlottern). Je nach Ursache kann es dabei zu Hyperopie, Myopie oder der Wahrnehmungen von Doppelbildern auf einem Auge kommen.

In beiden Fällen ist eine Diagnose durch den Augenarzt und eine Behandlung mittels Operation nötig, bei der die Linse entfernt (Lensektomie) und eine künstliche Intraokularlinse eingesetzt wird.