Aus Südkorea und den USA

Smarte Kontaktlinse: neue Forschungsergebnisse

(Ulsan/Südkorea) – Smarte Kontaktlinsen bleiben weiter ein Thema: Forscher vom Ulsan National Institute of Science and Technology in Südkorea haben einen weiteren Prototypen getestet. Die neue weiche Kontaktlinse soll den Glukosespiegel von Diabetikern in der Tränenflüssigkeit messen können. Falls die Glukosewerte zu hoch werden, würden die Linsenträger über ein kleines LED-Licht gewarnt.

Verschiedene Versuche mit smarten Kontaktlinsen gab es in den letzten Jahren immer wieder. Prototypen wurden getestet, jedoch hat bisher noch kein Projekt Marktreife erlangt. Aber die Forschung dazu lässt offenbar nicht locker.

In der Science Advances berichteten jetzt Forscher vom Ulsan National Institute of Science and Technology in Südkorea von ihrem Prototypen einer smarten weichen Kontaktlinse, die Tränen von Menschen mit Diabetes nach dem Blutzuckerwert analysieren könne. Die Forscher aus Südkorea müssten nun zunächst für die Produktion der Linse eine Firma finden, um dann klinische Studien durchführen zu können. Jihun Park, Erstautor der Studie, sei optimistisch, dass das in zwei Jahren möglich sein könnte.

Ulsan: neue Forschungsergebnisse zur smarten Kontaktlinse
Prototyp aus Südkorea für eine smarte Kontaktlinse, die den Glukosespiegel von Diabetikern in der Tränenflüssigkeit messen könne (Abbildung: Jang-Ung Park UNIST)

Ebenfalls zu diesem Bereich geforscht werde aktuell auch an der Oregon State University. Dr. Gregory Herman arbeite an einer Linse, die nicht nur den Glukosespiegel über die Tränenflüssigkeit messen könne, sondern auch Harnsäurewerte und Änderungen des pH-Wertes.

Problematisch sei bei beiden Prototypen, dass der Glukosewert des Gewebes und nicht der des Bluts gemessen wird, was zeitliche Verzögerungen bedeuten kann, da der Gewebezucker dem Blutzucker hinterherhinke, wie Thomas Danne, Chefarzt des Kinderkrankenhauses „Auf der Bult“ in Hannover zu Bedenken gibt. „Darüber hinaus produzieren Menschen Tränenflüssigkeit nicht gleichmäßig, was ebenfalls zu zeitlichen Abweichungen führen kann.“

 

Quelle: Ärzteblatt

Redaktion
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