Produkt: eyebizz  5/2019
eyebizz 5/2019
Monopoly der Markenlizenzen+++Lindberg: Zurückhaltung auf höchstem Niveau+++Jiyoon Yun: Berlin Brillen im 20-Minuten-Takt
GTAI-Analyse

USA: Stabiles Wachstum im Augenoptik-Markt

(San Francisco, USA) – In loser Folge informiert das GTAI über Märkte im Ausland, auch die Augenoptik betreffend. Dieses Mal: die USA. Die US-Nachfrage nach Augenoptik soll bis 2023 pro Jahr im Schnitt um nominal knapp vier Prozent steigen. Marktforscher erwarteten in den nächsten vier Jahren ein leichtes, stabiles Wachstum der US-Nachfrage nach Kontaktlinsen, Brillen und Sonnenbrillen.

USA - Flagge - Augenoptik

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Hauptgründe seien der Analyse des GTAI zufolge die sich häufenden Fälle von Alterssichtigkeit aufgrund der steigenden Zahl der Älteren und die zunehmende Kurzsichtigkeit jüngerer Leute, die viel Zeit vor elektronischen Geräten verbringen. Wegen gesundheitlicher Bedenken würden zudem immer mehr Menschen dort eine Sonnenbrille oder Kontaktlinsen mit UV-Schutz tragen.

„Das größte Segment bilden Kontaktlinsen. Laut Apollo-Optik nutzen 24 Prozent der US-Amerikaner mit Sehschwäche diese Alternative zur Brille. Freedonia (ein Markforschungs-Institut) schätzt, dass der US-Markt für Kontaktlinsen bis 2023 auf 3,7 Milliarden US-Dollar anwachsen wird, nominal im Schnitt um 3,9 Prozent jährlich.“

Kinder tragen Kontaktlinsen immer früher

Auch wenn die Einstiegsmodelle immer günstiger werden, sprechen gegen ein stärkeres Marktwachstum Zusatzkosten für erforderliche Voruntersuchungen und Pflegemittel, wobei letztgenannte pro Jahr 150 bis 200 US-Dollar ausmachen können. Laut The Cooper Companies würden Kinder immer früher damit anfangen, Linsen zu tragen. Im Gegenzug würden alterssichtige Menschen diese immer länger tragen, bevor sie zu einer Brille wechselten.

Mehr Brillengläser und -fassungen

Der relativ hohe Wertzuwachs bei den Brillengläsern (laut Freedonia bis 2023 nominal im Schnitt plus 4,3 Prozent pro Jahr auf 3,7 Milliarden US-Dollar) rühre vor allem daher, dass der Bedarf an (teureren) Bifokalgläsern stärker steiger als der an herkömmlichen Einstärkengläsern.

Bei den Fassungen rechnet man bis 2023 mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent im Jahresmittel auf dann 1,3 Milliarden US-Dollar. „US-Einzelhändler LensCrafters hat sein Geschäft in den letzten Jahren unter anderem dadurch ausgebaut, dass er auf Kundenwunsch Verschreibungsbrillen in nur einer Stunde vorbereitet. Dafür unterhält das zum Brillenkonzern EssilorLuxottica gehörende Unternehmen in seinen Geschäften auch eigene Fertigungsbereiche“, so die GTAI-Analyse.

Brillen und Gläser aus dem 3D-Drucker

Immer mehr Unternehmen bieten laut des Berichts, in Kooperation mit Start-ups, Brillengestelle aus dem 3D-Drucker an. „Das kalifornische Start-up Fitz Frames hat eine App entwickelt, mit der sich Gesichtsformen für individualisierte Kinderbrillengestelle vermessen lassen. Letztere lassen sich auch virtuell anprobieren. Nach Auswahl des gewünschten Designs und der gewünschten Farbe wird der Rahmen in 3D ausgedruckt und geliefert.“

Und: „Das niederländische Unternehmen Luxexcel, das 2018 auch eine Vertriebsniederlassung in Alpharetta bei Atlanta gegründet hat, druckt sogar kundenspezifische Brillengläser. Additiv gefertigte Brillen bieten unter anderem auch die US-Fimen Carbon, Fuel 3D, GlassesUSA und Sculpteo an.

GTAI - Augenoptik Nachfrage USA

Neben EssilorLuxottica und Hoya, die beide Produktionsstätten in den USA haben, zähle Johnson & Johnson zu den führenden Anbietern. „Dank eigener Einzelhandelsmarken wie Sunglass Hut und LensCrafters hat EssilorLuxottica in den USA noch mehr Marktmacht als in Deutschland.“

Der US-Augenoptik-Einzelhandel sei breit aufgestellt mit Optikfachgeschäften, Optometristen und auch Onlinehändlern. Optometristen-Geschäfte würden rund 40 Prozent ihres Umsatzes mit optischen Waren erzielen.

Die beliebtesten großen Ketten seien GTAI zufolge vor allem Walmart Vision Center, Visionworks, Costco Optical und LensCrafters. „Dennoch suchen Kunden Befragungen zufolge vor allem Optikergeschäfte auf, die nicht einer der großen Ketten für optische Waren angehören.“

Knapp die Hälfte des Augenoptik-Bedarfs importiert

„Wegen des infolge der hohen Handelsmargen gewachsenen Wettbewerbs über das Internet beziehen US-Einzelhändler augenoptische Erzeugnisse zunehmend auch von ausländischen Anbietern. Inzwischen importieren die USA gut 46 Prozent ihres Bedarfs an Kontaktlinsen, Brillen und Sonnenbrillen. Hauptsächlich stammen diese von großen multinationalen Konzernen, angesichts der hohen technischen und aufsichtsbehördlichen Anforderungen.“

GTAI - Augenoptik Importe USA

Stark regulierter Markt für Kontaktlinsen

Der Markt für Kontaktlinsen ist in den USA relativ stark reguliert: „Medizinprodukte ordnet die Food and Drug Administration (FDA) den drei Klassen I, II oder III zu, wobei der Grad der regulatorischen Kontrolle von I nach III zunimmt. Während verschreibungspflichtige Brillengläser Klasse I angehören, fallen Kontaktlinsen in Klasse II oder III. Harte und weiche Kontaktlinsen werden normalerweise der Klasse III zugeteilt, es sei denn, es handelt sich um Einweglinsen.“

Stärkere Nachfrage nach Brillen für AR

In naher Zukunft werden sich sowohl Brillen als auch Kontaktlinsen auch in den Bereichen Artificial Reality (AR) und Virtual Reality (VR) immer stärker etablieren, ist sich das GTAI sicher. „Das erforderliche Zusammenspiel von Displays, Linsen, Sensorik und Software wird dabei neue Kooperationen hervorrufen, auch mit Start-ups. Unter anderem die Kfz- und Luftfahrtindustrie setzen bereits AR-Brillen ein, vor allem bei der Reparatur und Wartung von Maschinen.“

Mojo Vision entwickelt sogar eine AR-Kontaktlinse mit eingebautem Mikrodisplay. Nach Plänen des US-Start-ups soll sie im Laufe der nächsten zwei Jahre erscheinen.

 

Weitere Informationen zu den USA finden Sie unter www.gtai.de/usa.

 

Quelle: GTAI

 

Produkt: eyebizz  4/2019
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