Neuer Bericht zur Qualität der Arbeit erschienen

Überlange Arbeitszeiten bei Führungskräften und Selbstständigen

(Wiesbaden) – Am Arbeitsplatz werden viele Stunden des Tages verbracht: Durchschnittlich 41 Stunden pro Woche arbeiteten Vollzeiterwerbstätige im Jahr 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Pressekonferenz „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ am 6. September in Berlin weiter mitteilte, arbeiteten 11 % der Vollzeiterwerbstätigen gewöhnlich sogar mehr als 48 Stunden pro Woche, also mit überlangen Arbeitszeiten.

Destatis: Broschüre Qualität der Arbeit

11 % der Vollzeiterwerbstätigen arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche

Die Betroffenheit von überlangen Arbeitszeiten steige mit dem Alter an. Nur 2 % der Vollzeiterwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren arbeiteten 2016 gewöhnlich mehr als 48 Stunden wöchentlich. Bei den Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 55 bis 64 Jahren waren es dagegen 14 %. Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede sei der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren Altersgruppen zu finden sind.

Ebenso prädestiniert für überlange Arbeitszeiten sind Selbstständige: Gut die Hälfte (51 %) arbeitete gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit waren es dagegen nur 6 %. Dr. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, schlussfolgert: „Überlanges Arbeiten ist bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen fast normal.“

Hohe Arbeitsintensität und hohe Qualifikation

Arbeiten unter hohem Arbeitstempo und Termindruck bestimmt häufig den Berufsalltag. Im Jahr 2015 waren 40 % der Erwerbstätigen mindestens drei Viertel der Zeit einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt. Männer waren dabei mit 44 % etwas stärker betroffen als Frauen mit 36 %. Bei der Anlagen- und Maschinenbedienung (56 %), bei Führungskräften (54 %) sowie in Handwerksberufen (52 %) war jeweils etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen belastet.

Ein immer größerer Teil der Erwerbstätigen arbeitet in Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. 1996 hatte der Anteil noch bei 37 % gelegen, 2016 betrug er bereits 45 %. Zu den hoch Qualifizierten zählten beispielsweise Akademikerinnen und Akademiker, Fachkräfte im Technik- oder Gesundheitsbereich oder ganz allgemein Führungskräfte.

Dabei arbeiteten Frauen generell häufiger als Männer in den Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. 2016 fanden sich 47 % der erwerbstätigen Frauen in solchen Berufen – im Vergleich zu 42 % bei den erwerbstätigen Männern. Der Unterschied sei auf den relativ hohen Frauenanteil beim Lehrerberuf oder auch bei Berufen der medizinischen und technischen Assistenz zurückzuführen.

Destatis: Tabelle Überlange Arbeitszeiten

Diese und weitere Aspekte der Qualität bezahlter Arbeit enthält der Indikatorenbericht „Qualität der Arbeit 2017 – Geld verdienen und was sonst noch zählt“. Die Broschüre steht auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de zum Download zur Verfügung. Die Ergebnisse für die einzelnen Indikatoren sind auch unter www.destatis.de/qda abrufbar.

 

Quelle: Destatis

 

Redaktion
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