Die Macherinnen der Augenoptik - Dieses Mal:

Jördis Neubauer – Die Mediterrane

Jördis Neubauer kümmert sich um das Design bei Jisco Eyewear und leitet das DACH-Team.

eyebizz - 70 Frauen: Jördis Neubauer von Jisco

Wer ist bei Jisco Eyewear für welche Bereiche zuständig?

Francisco Marin leitet das Management der gesamten Firma in Barcelona und ist Mallorquiner. Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam, bei beinahe täglichen Gesprächen über „Facetime“. Ich leite das Team D/A/CH und bin eher der kreative Part. Ich designe alle unsere Brillen, lebe und arbeite meist von Erfurt aus. Meine neuen Kollektionen entwerfe ich inzwischen fast ausschließlich vor Ort in Zhongshan in China, zusammen mit meinem Zeichner. Sechs Wochen später habe ich dann handgefertigte Prototypen, an denen ich dann nochmals herumfeile, wenn sie noch nicht gut genug sind. Das ist jedes Mal ein überraschender Prozess.

Wie viele Mitarbeiter hat Jisco?

Neben vielen neuen Distributeuren weltweit agieren wir innerhalb Europas fast ausschließlich mit unseren mittlerweile 40 Handelsvertretern. Im Büro in Barcelona sind wir zehn und im Lager sechs Mitarbeiter.

Was ist derzeit die größte Herausforderung für das Unternehmen?

Wir wollen vorhandene Märkte weiter ausbauen mit der hohen Qualitätssicherung und dem Serviceanspruch, die wir haben. Neue Märkte wie zum Beispiel in den USA sind interessant. Schon jetzt sind wir mit Jisco in wichtigen Teilen Asiens erfolgreich gestartet. Es macht mich schon etwas stolz, auf diesen Kontinenten, wo die meisten scheitern, mit unseren Brillen neben Prada oder Tom Ford im Schaufenster zu liegen.

Was fasziniert Jördis Neubauer an Brillen?

Mich fasziniert zu beobachten, wie sich die Brille als Designobjekt innerhalb der Mode und der Jahrzehnte entwickelt. Modisch tonangebend war für mich immer Italien, in den letzten Jahren und speziell in unserer Branche ist es jedoch mehr und mehr auch Spanien.

Und Deutschland?

In Deutschland tut man sich im Allgemeinen immer noch schwer, was Brillenmode betrifft. Zeitversetzt kommen die jeweiligen modischen Tendenzen mindestens ein bis zwei Jahre später in unser Straßenbild. Wie lange hat es hier gedauert, bis die Leute verspiegelte Sonnenbrillen wollten. Ich habe sie sogar aus der ersten Kollektion wieder herausgenommen, weil die Optiker sie damals abgelehnt haben. Kurz danach wollte man sie doch und fragte danach. Gott sei Dank gibt es immer wieder Augenoptiker, die neue Trends mit Selbstbewusstsein vorantreiben. Die sagen: Ich bin derjenige, der Mode verkauft, und mein Kunde glaubt mir!

Haben Sie ein Stück weit die spanische Mentalität angenommen?

Speziell in der Planung, Organisation und Arbeitsweise ist Francisco der „Deutsche“ und ich bin hin und wieder eher „spanisch“. In der täglichen Arbeit aber will ich immer unbedingt perfekt sein, was vielleicht typisch deutsch ist. Da bin ich sehr streng mit mir und habe manchmal zu hohe Ansprüche an mich und vielleicht auch an andere.

||| JUEB

Redaktion
Hinterlassen Sie einen Kommentar