Steigende Nachfrage, scharfer Wettbewerb, sinkende Preise

Augenoptik in Israel

(Jerusalem/Israel) – Die Israelis kaufen immer mehr Produkte aus dem Augenoptik-Bereich, wie Germany Trade & Invest (GTAI) anhand der Zahlen für 2017 feststellte. Durch das Bevölkerungswachstum und den steigenden Seniorenanteil erhält der dortige Markt auch in den kommenden Jahren Wachstumsimpulse.

Augenoptik in Israel - hier Jerusalem

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Umgerechnet 629 Millionen US-Dollar gaben die israelischen Haushalte im vergangenen Jahr für Augenoptik aus. Der Bedarf werde auch künftig steigen, was sowohl an der mit rund 2 Prozent pro Jahr schnell wachsenden Bevölkerung als auch an einem steigenden Seniorenanteil liege. So werde die Gesamtbevölkerung in den Jahren 2018 bis 2025 um 12 Prozent, die Zahl der 50jährigen aber um 21 Prozent zunehmen.

Nur wenige einheimische Hersteller in der Augenoptik

In Israel sind drei Augenoptik-Hersteller präsent. Brillenglaskonzern Shamir Optical Industry, der größte darunter, verzeichnete 2017 einen Umsatz von umgerechnet 228 Millionen US-Dollar. Die Firma gehört zu je 50 Prozent dem israelischen Kibbuz Shamir und dem französischen Augenoptikhersteller Essilor.

Die anderen israelischen Konzerne in der Optik sind die Sagam Group und Crystal Optic sowie im Kontaktlinsen-Bereich die Israel-Tochter des amerikanischen Kontaktlinsenherstellers CooperVision und Hanita Lenses. Bei der israelischen CooperVision handelt es sich um die ehemalige Firma Soflex, die 2016 von US-amerikanischen CooperVision übernommen wurde, und in Israel noch immer weitgehend als Soflex bekannt ist.

Wie der Generaldirektor von Crystal Optic, Ofer Azran, gegenüber Germany Trade & Invest erklärt habe, kommen in Israel fast nur Brillengläser aus dem Kunststoff MR8 zur Anwendung, während Gläser aus Polycarbonat sich nicht hätten durchsetzen können. Das Gros der Brillenfassungen komme aus Asien.

Sonnenbrillen gehörten der Analyse zufolge in Israel zu Grundbedarfsgütern. Nach Azrans Schätzung hätten lediglich rund 20 Prozent der im Lande verkauften Sonnenbrillen auch Korrektionswerte. 2017 entfielen laut der Außenhandelsstatistik 85,2 Prozent der Einfuhr kompletter Brillen auf Sonnenbrillen. Auch nicht individuell an den Kunden angepasste optische Brillen wie leichte Lesebrillen würden nahezu ausschließlich importiert.

Die israelischen Normen richteten sich nach europäischen und US-amerikanischen Vorlagen. Nur für Sonnenbrillen habe man in Israel australische Normen als Vorbild genommen. Die Nachfrage nach Brillengläsern mit Blaulichtfilterung nehme zu, doch sei diese Filterung durch keine verbindliche Norm geregelt. Der Härtungsgrad der Brillengläser unterscheidet sich nicht von demjenigen auf westlichen Märkten.

Den Anteil der Kontaktlinsen am Umsatz schätzt Azran auf rund 5 Prozent. Laut dem israelischen Fachportal Optical Magazine nehme der Marktanteil der Wegwerflinsen, die täglich ausgewechselt werden, zu.

Optikketten dominieren

Der israelische Markt wird von mehreren Optikketten beherrscht. An der Spitze liege die Firma Optica Halperin mit 142 Filialen, gefolgt von Carolina Lemke Berlin (außer dem Namen hat die Kette keinerlei Bezug zu Deutschland) mit 81 und Opticana mit 80 Filialen. Rang vier belege Erroca mit 60 Filialen. Auch die Drogeriekette Super-Pharm sei mit 44 Filialen im Augenoptik-Geschäft tätig.

Eine relativ neue Erscheinung in Israel sei der Online-Kauf von Brillenfassungen im Ausland. Viele der Online-Käufer suchten das passende Modell in einem Fachgeschäft aus, um es anschließend in Übersee zu erwerben.

Israelische Optikketten bieten eigene Hausmarken an. Da sie aber nur kleinere Produktmengen beschaffen könnten, sei ihre Modellpalette aus Rentabilitätsgründen schmaler als bei internationalen Unternehmen.

Die Vorprodukte zur Herstellung von Brillengläsern in Israel werden importiert. Zu den wichtigsten Lieferländern gehörten Deutschland und Japan.

Einfuhrzahlen 2017

2017 lag die Einfuhr von Produkten der Augenoptik nach Israel wie im Vorjahr bei 137 Millionen US-Dollar. Die mit Abstand wichtigsten Lieferländer für Augenoptik waren demnach Italien und China, die ihre führende Position weitgehend dem Export von Sonnenbrillen zu verdanken haben. Im Jahr 2017 entfielen auf Sonnenbrillen 69,5 Prozent aller Augenoptik-Importe aus Italien beziehungsweise 41,3 Prozent der Einfuhr aus China. Irland lieferte ausschließlich Kontaktlinsen und Brillengläser, während die Importe aus dem Vereinigten Königreich zu vier Fünfteln aus Kontaktlinsen bestanden.

Die Einfuhr aus Deutschland hat sich nach einem Rückgang im Jahr 2015 anschließend auf einem Niveau um die 7 Millionen US-Dollar eingependelt. Der deutsche Importmarktanteil lag im vergangenen Jahr bei 5,1 Prozent. Ihren mit 17 Prozent höchsten Importmarktanteil erzielten deutsche Anbieter 2017 bei Brillengläsern aus anderen Stoffen (SITC 884.17).

Im Jahr 2017 beliefen sich die israelischen Ausfuhren von Augenoptik auf 72,3 Millionen US-Dollar und lagen damit bei 52,7 Prozent der Einfuhren. Wichtigste Exportpositionen waren Brillengläser und Brillen, auf die insgesamt 84,1 Prozent des Auslandsgeschäfts entfielen.

 

Quelle und weitere Infos: Germany Trade & Invest (GTAI)

 

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