Großes Potenzial bei Ophthalmologie-Produkten

Augenoptik in Indien

(Mumbai/Indien) – Indien verzeichnet ein rasantes Wachstum im Bereich der Augenoptik, besonders der Markt für Augenmedizin nimmt aufgrund des Bevölkerungszuwachses, steigender Einkommen und des wachsenden Gesundheitsbewusstseins enorm zu, wie das Institut Germany Trade & Invest (GTAI) festgestellt hat.

Indien: Riesiger Markt für Augenoptik

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Die Inder werden immer älter und aufgrund dessen steige auch die Zahl Betroffener mit Glaukom (Grüner Star) oder Netzhauterkrankungen. Auf über 145 Millionen Inder im Alter von 60 Jahren oder älter schätzt man die Bevölkerung in Indien im Jahr 2022. Die Marktforschungsgesellschaft Marketscope hat den Markt für Augenmedizin im vergangenen Jahr auf 1,4 Mrd. US-Dollar geschätzt, dieser wird bis 2022 vermutlich auf 1,9 Mrd. US-Dollar steigen, besonders in den Bereichen Kataraktchirurgie (Grauer Star) und Diagnosegeräte.

Katarakt-Operationen: 2022 mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes

Geschätzte 7,1 Mio. Katarakt-Operationen wurden 2017 in Indien durchgeführt. Das Umsatz-Volumen wird von Experten auf etwa 285 Millionen US-Dollar geschätzt. Bis 2022 werden die Umsätze aus den Katarakt-Operationen vermutlich mehr als ein Viertel des gesamten Umsatzes in der Augenmedizin ausmachen.

Markt für Diagnosegeräte verdoppelt sich bis 2022

Laut Marktforschungsgesellschaft Marketscope werde sich der Markt für Diagnosegeräte bis 2022 von 117 Mio. US-Dollar 2017 auf voraussichtlich rund 257 Mio. US-Dollar mehr als verdoppeln. Gründe für dieses enorme Wachstum seien die Ausweitung der Telemedizin, der Digitalisierung von Krankenakten und verbesserte Bildgebungstechnologien.

Der Diagnosemarkt sei sehr importabhängig und biete daher gute Chancen für deutsche Technik. „Made in Germany“ genieße in dieser Sparte den besten Ruf und stehe für Qualität und Sicherheit, so das GTAI.

Auch die Nachfrage nach Augenoptik nimmt zu

Auch die Aussichten im Bereich der Augenoptik in Indien seien vielversprechend. Laut Marktforschungsfirma Euromonitor werde für 2018 ein zweistelliges Wachstum erwartet. Der Absatz von Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen steige durch zunehmende Einkommen einer weiter wachsenden Mittelschicht.

Mit rund 1,3 Mrd. Einwohnern ist Indien ein riesiger Absatzmarkt. Genaue Zahlen gäbe es nicht, aber verschiedene Analyseinstitute schätzten das Volumen auf ein bis zwei Mrd. US-Dollar.

Nur ein Viertel der fehlsichtigen Inder trägt eine Brille

Die Marktforscher von Marketscope haben berechnet, dass circa 300 Mio. Inder eine Sehhilfe bräuchten, andere Institute gehen sogar von bis zu 500 Mio. Menschen aus. Da rund 70 Prozent aller Inder auf dem Land leben und somit kaum Zugang zu ärztlicher Versorgung hätten und sich oft auch gar keine Brille leisten könnten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass gerade mal 25 Prozent der Personen, die eine Sehhilfe benötigten, tatsächlich mit einer Brille versorgt seien. Diese Brillenträger lebten denn auch zum Großteil in Großstädten wie Mumbai, Delhi oder Bengaluru.

Zwischen drei und sieben bis zehn Jahren dauert es, bis sie sich ein neues Modell leisteten. Die Jüngeren seien da schneller, auch weil sie Brillen zunehmend als modisches Accessoire betrachteten.

Von den Fehlsichtigen in Indien tragen etwa sechs Prozent Kontaktlinsen. Diese würden fast nur in den Metropolen von Besserverdienenden gekauft.

Augenoptik-Markt sehr stark fragmentiert

Etwa 100 Unternehmen tummeln sich laut GTAI im indischen Markt für Augenoptik. Große indische Anbieter machten gerade mal 5 bis 10 Prozent aus. Circa 90 bis 95 Prozent der Augenoptik-Einzelhändler würden preisgünstige Brillen anbieten und befänden sich „im unorganisierten Sektor (ökonomische Aktivitäten außerhalb formell geregelter Sektoren und statistisch nicht erfasst)“.

Hochwertigere Brillen und Kontaktlinsen findet man hauptsächlich in großen Einkaufszentren. Bei den zunehmenden Verkaufsstellen sei Bausch & Lomb Marktführer (15.000 Filialen), vor anderen ausländischen Optikern wie z.B. Carl Zeiss Meditec oder Acuvue Johnson & Johnson Private Ltd.

Importe nehmen zu

Die Einfuhren von augenoptischen Produkten lagen 2017 laut GTAI bei 479,8 Mio. US-Dollar; ein Anstieg zur entsprechenden Vorjahresperiode um 21,3 Prozent. Den Anteil daran hatten augenärztliche Instrumente, Apparate und Geräte (33 Prozent), dahinter Brillengläser aus anderen Stoffen (25 Prozent) und Sonnenbrillen (13,5 Prozent).

Die wichtigsten Importländer waren 2017 China mit 37,2 Prozent und die USA mit 15,9 Prozent. Deutschland lag mit 10,9 Prozent (52,6 Mio. US-Dollar) auf Platz drei. Im Bereich Laser oder andere augenärztliche Instrumente, Apparate und Geräte lagen die deutschen Unternehmen nach den USA sogar auf dem zweiten Platz.

Auch bei den Produktsparten gibt es Favoriten: Bei den Kontaktlinsen seien die USA als Lieferland Spitzenreiter (25,6 Prozent). Brillengläser kamen zu 70,8 Prozent aus Russland und bei Kunststofffassungen liegen die Chinesen mit 88 Prozent an der Spitze.

 

Quelle: Germany Trade & Invest (GTAI)

 

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