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2. Fachtagung am 7./8. Juli in Bonn

DBSV: Augenmerk auf das Sehen im Alter

(Bonn/Berlin) – Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) empfiehlt im Vorfeld seiner 2. Fachtagung  „Sehen im Alter: Prävention – Gemeinsam vorausschauend handeln“ am 7. und 8. Juli 2017 in Bonn, die Augen regelmäßig kontrollieren zu lassen und auch Pflegekräfte entsprechend zu sensibilisieren. Denn wenn Seniorinnen und Senioren Probleme mit der Orientierung haben, unsicher sind, stolpern oder stürzen, stecken nicht immer allein Demenz, eine Durchblutungsstörung oder Muskelschwäche dahinter. Vielmehr könnte auch schlechteres Sehen im Alter die Ursache sein.

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Sehen im Alter – ein großes Feld auch für Augenoptiker (Bildnachweis: DBSV/Friese)

Wir werden immer älter und gehen mit zunehmendem Alter immer häufiger zum Arzt. Dabei stehen das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels sowie orthopädischer Beschwerden im Mittelpunkt. Solange die Augen keine akuten Probleme verursachen, wird ihnen selten Aufmerksamkeit geschenkt. Doch die Evolution habe das menschliche Auge nicht darauf vorbereitet, 90 Jahre und länger seinen Dienst zu versehen: „Insbesondere das Detailsehen ist durch Alterungsprozesse bedroht“, sagt Prof. Dr. med. Focke Ziemssen, stellvertretender Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen.

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Gewöhnung, Verdrängung oder schlicht fehlende Transportmöglichkeiten

Der altersbedingte Verlust der Sehkraft entwickelt sich jedoch meist schleichend. Dadurch gewöhnten sich viele Betroffene daran, ohne das zunehmende Verschlechtern ihrer Sehfähigkeit bewusst wahrzunehmen. Viele verdrängten die fortschreitende Seheinschränkung so lange wie möglich und hofften auf spontane Besserung. „Sie wissen, dass in der Folge Einschränkungen wie der Abschied vom Autofahren drohen“, erläutert Renate Reymann, Präsidentin des DBSV. Ein wichtiger Hinderungsgrund für regelmäßige Kontrollen seien aber auch fehlende Transportmöglichkeiten zum Augenarzt. Besonders Menschen, die auf dem Land oder in einem Pflegeheim leben, seien davon betroffen.

Aus all diesen Gründen würden Augenerkrankungen oft zu spät entdeckt – und das kann gravierende Folgen haben. So seien etwa 4,5 Millionen Bundesbürger von der altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) betroffen, die unbehandelt zum Erblinden führen kann. „Doch wenn wir Erkrankungen frühzeitig diagnostizieren, kann die moderne Augenmedizin häufig helfen und das Sehvermögen bewahren“, so Prof. Ziemssen, der auch Sprecher des 2014 gegründeten Aktionsbündnisses „Sehen im Alter“ ist. „Selbstständigkeit und soziale Teilhabe bleiben so länger erhalten.“

Auf Nummer sicher gehe, wer ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig seine Augen kontrollieren lässt, auch wenn er keine Beschwerden habe. Man sollte dem altersbedingten Sehverlust besser „ins Auge blicken“, rät Reymann. Die Gesundheit der Augen überprüfen zu lassen, gehöre genauso auf die Liste der Vorsorgeuntersuchungen wie regelmäßiges Blutdruckmessen, Blutzucker- und Gewichtskontrolle.

Weitere Informationen unter www.dbsv.org oder www.sehenimalter.org

 

Zum Download gibt es die Broschüre „Sehen im Alter – Informationen und Tipps”; Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 1. Auflage 2015

 

Sehen im Alter: Prävention – Gemeinsam vorausschauend handeln

Fachtagung von Freitag, 7. Juli 2017, 15.00 Uhr, bis Samstag, 8. Juli 2017, 15.00 Uhr

Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn-Bad Godesberg

Informationen und Anmeldung

 

Quelle: DBSV

 

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