Online-Marketing für Augenoptiker

Website: Klarheit und Prägnanz sind Trumpf

An einer Homepage führt für Augenoptiker heute kein Weg vorbei. Doch wie geht man die Sache richtig an und holt das Maximum für sich und seine Kunden heraus? Yannick Fetsch, Gründer von Rocktician Websites, spezialisiert auf Online-Marketing für die Augenoptik, erklärt im eyebizz-Interview, was es zu beachten gilt.

eyebizz: Wie sollte eine gute Website aufgebaut sein?

Yannick Fetsch: Zuerst sollte die Website übersichtlich aufgebaut sein. Sie muss sich auf das Wesentliche konzentrieren. Unsere Erfahrung zeigt: Gerade auf der Startseite reichen ein paar wenige, gut gewählte Worte aus. Darüber hinaus lassen sich natürlich Unterseiten anlegen: Wenn der Kunde mehr wissen will, klickt er auf das jeweilige Schlagwort und bekommt genauere Informationen. Wichtig ist auch, dass der Text verständlich ist. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob ich den Begriff „Sehstärkenprüfung“ oder „Refraktion“ verwende. Für uns Augenoptiker sind derartige Begriffe Alltag, viele Kunden jedoch kennen sie nicht.

Was sollte man bei der Anrede beachten?

Zunächst ist die klassische Frage nach dem „Du“ oder „Sie“ zu klären. Das muss auf meine Corporate Identity abgestimmt sein. Die leider immer noch häufig verwendete Formulierung: „Hallo und herzlich willkommen auf unserer Homepage, schön dass Sie sich für uns interessieren“ ist ein schlechter Einstieg. Erstens sollten wir nicht aus der Ich-Perspektive schreiben, sondern objektiv und neutral. Zweitens ist die Begrüßung überflüssig, der Kunde ist ja schon da und interessiert sich für uns. Ich sollte ihm also gleich die Informationen bieten, die wichtig sind und die er braucht; kurz und übersichtlich auf den Punkt gebracht.

Lohnt sich der Einsatz von Musik?

Natürlich kann man über Musik gut Emotionen übertragen, trotzdem raten wir davon ab. Nicht jedem gefällt dieselbe Musik, das ist zum Beispiel bei Bildern und Fotos viel einfacher. Zudem kann es passieren, dass die Musik sehr laut abgespielt wird, weil der Computer so eingestellt ist. Wenn ich da gerade im Büro mit Kollegen sitze oder mir das mit dem Smartphone in der U-Bahn passiert, kann das unangenehm werden. Ein potenzieller Kunde ist dann schnell weg. Demgegenüber gilt: Hochwertiges Bildmaterial ist die Grundlage einer modernen Website.

Machen Animationen Sinn?

Die Zeiten für Animationen sind vorbei. Es gibt immer wieder Internetseiten, die mit einem kleinen Video starten, da muss man aber wirklich aufpassen. Das kann sehr hochwertig wirken, aber auch schnell einen gegenteiligen Eindruck erzeugen.

Lohnen sich Glossare?

Umfangreiche Glossare, wie sie etwa Fielmann auf der Website hat, sind keine Hilfe für mittelständische und kleine Augenoptiker, um neue Kunden auf die Seiten zu bekommen. Sie werden nie genug Klickzahlen erreichen, um dann im Suchranking weit oben zu stehen. Der Aufwand lohnt sich also nicht.

Müssen Schaufenster und Website harmonieren?

Die Internetseite regelmäßig dem Schaufenster anzupassen, ist in der Regel zu viel Arbeit. Wichtig ist, dass die Corporate Identity grundsätzlich zusammenpasst. Und da gehören ganz viele Dinge dazu, indirekt eben auch die Schaufensterdeko. Des Weiteren sollten Logo, Schrifttypus, Farbpalette usw. aufeinander abgestimmt sein.

Wie wichtig ist Social Media für Augenoptiker?

Sehr wichtig! Zum Beispiel Facebook. Hier haben Augenoptiker die Möglichkeit, ihre Kunden regelmäßig und sehr gezielt zu informieren, um sie dann über Postings, Berichte und Beiträge wieder auf ihre Internetseite zu bringen oder sogar direkt in den Laden.

Wenn man es geschafft hat, dadurch eine gewisse Reichweite zu erzielen, dann ist das sehr wertvoll, unter Umständen sogar wertvoller als die Internetseite selbst. Mit unserem neuen „News Service“ bieten wir übrigens an, solche Berichte regelmäßig für die Augenoptiker zu erstellen (www.rocktician.com/news-service). Es muss also nicht unbedingt viel Zeit in Anspruch nehmen, um seine Kunden regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und dadurch Traffic zu erzielen.

Was hat sich durch Google Maps bei Suchanfragen verändert?

Bei Anfragen in der Augenoptik gehen extrem viele Leute über Google Maps. 43 Prozent, das sind fast die Hälfte, klicken bei ihrer Suche nicht einfach oben den ersten Augenoptiker an, sondern sagen: mich interessiert, wo der nächste Augenoptiker in meiner Nähe ist. Die Anfragen sind also sehr spezifisch. Und da ist Google Maps fair: Ich kann nichts bewerben, es wird immer direkt angezeigt, welcher Dienstleister bei mir in der unmittelbaren Umgebung ist.

Welche Tipps haben Sie ganz allgemein in puncto Online-Marketing?

Man sollte sich immer auf das Wesentliche konzentrieren und dafür sorgen, dass es trotzdem schön und hochwertig aussieht. Das ist nie so einfach, wie es scheint. Zur Inspiration sollte man sich „Best Cases“ anschauen. Es gibt einige Augenoptiker, die haben eine Website, da sieht man sofort: Die ist hochwertig und gut gemacht. Zum Beispiel Amon + Sebold (amon-sebold.de). Ein Stück weit kann ich mich auch an den Großen orientieren. Fielmann beispielsweise hat mittlerweile 15 bis 20 Leute im Online-Marketing, die regelmäßig die Internetseite neu konzipieren. Das kann ich als kleiner Augenoptiker natürlich nicht nachmachen, doch ich kann für mich das ein oder andere Sinnvolle herausziehen und im Kleinen umsetzen.

Umgekehrt empfehle ich, sich an „Worst Cases“ zu orientieren, was zunächst ungewöhnlich klingen mag. Doch oftmals ist es einfacher zu sagen: „Das gefällt mir nicht“, statt direkt zu wissen, wie es aussehen soll. Auch das kann sehr schnell zu einem ersten Konzept führen.

(JUEB)

 

Yannick Fetsch ist Optometrist und Gründer von Rocktician Websites mit Sitz in Hamburg, spezialisiert auf Internetauftritte und Online-Marketing für die Augenoptik. Kontakt: www.rocktician.com

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