Die eigene Positionierung finden

Augenoptiker brauchen glasklares Marketing

Wie viele Marketingkontakte haben wir täglich? 15.000! Wie viele merken wir uns? Zwei. Eine Diskrepanz, die jeden Geschäftsinhaber aufmerksam machen sollte. Sarah Simons hat für eyebizz die Lage analysiert und ist sich sicher: Es braucht keine riesigen Budgets fürs Marketing oder Onlineshop-Schleuderpreise, um als traditioneller Augenoptiker erfolgreich zu sein. Sondern einfach nur den Mut, sich zu positionieren.

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Wie positioniere ich mich als traditioneller Augenoptiker im heutigen Markt? Zählen Handwerk und Engagement überhaupt noch, oder regiert der Preis die optische Welt? Was braucht es, um gute Kunden zu halten und neue zu gewinnen? Solche Fragen werden immer drängender, wenn in jedem Paket der großen Versandhändler ein Gleitsichtglas-Angebot steckt oder alle naselang ein Fernsehspot der großen Ketten und Onlineanbieter über den Schirm flimmert.

Der Markt verändert sich

Durch den Eintritt der Onlinehändler entsteht hoher Druck. Analysiert man diesen Druck, stellt man fest, dass es zunächst einmal Werbedruck ist, den der Augenoptiker spürt, kein Umsatzdruck. Durch den Eintritt der Onlinehändler verlieren in erster Linie die großen Ketten massiv Umsätze. Dieses Wissen beruhigt, sollte aber nicht zum entspannten Zurücklehnen führen. Vielen Augenoptikern ist in diesem Marktumfeld Wachstum möglich. Warum? Sie haben es auf unterschiedlichen Wegen geschafft, sich gegen Ketten und Onlinehändler abzugrenzen. Vielfach über die Zusammenarbeit mit kleinen Independent Labels im Fassungsbereich, die die Großen nicht anbieten. Das Glas steht hierbei oft nicht im Fokus.

Der Kunde auch

Der Endverbraucher bekommt über das Internet – ganz unabhängig vom Augenoptiker – immer mehr Informationen über augenoptische Themen, zunächst preislich, zunehmend aber ebenso inhaltlich. Das betrifft sowohl Fassungen als auch das Brillenglas. Es macht also Sinn, bei der Frage nach Möglichkeiten zur Abgrenzung und Positionierung beide Bereiche in Betracht zu ziehen.

Die eigene Positionierung finden

Wenn Markt und Zielgruppe sich verändern, ist es an der Zeit, die eigene Positionierung, das eigene Marketing zu überprüfen. Marketing heißt nicht, ein Logo auf alles zu drucken, was einem gerade einfällt oder schnell eine von der Industrie ausgedachte Preisaktion rauszuhauen. Marketing heißt vielmehr sich abzugrenzen. Es heißt, sich genau klar zu werden, welche Zielgruppe man mit welcher Botschaft erreichen möchte und das mit der Idee des Geschäftes in Einklang zu bringen. Das bildet die Grundlage für erfolgreiches Marketing, das dann mutig und mit der nötigen Konstanz in der Wiedererkennbarkeit für Erfolg sorgt.

Zwei Beispiele

  • „Made in Germany“ könnte eine solche Positionierung heißen. Dazu gehören Fassungen nur von Labels, die wirklich in Deutschland produzieren, Brillengläser von einem deutschen Hersteller, konsequente Positionierung auf Qualität, auch in Bezug auf die eigene Beratung etc.
  • „Optik ganz anders“, ließe sich eine weitere Nische benennen. Der Brillenkauf kann hier zum Erlebnis werden. Das Ladengeschäft ist dann sichtbar anders gestaltet, zum Beispiel mit einer Wii-Ecke (Spielkonsolen), exklusivster Fassungsauswahl, beleuchteten Schubladen oder ähnlichem. Welches ist Ihre Grundidee, der alles folgt?

 

Sarah Simons

ist Healthcare-Marketing-Strategin und 360°-Kommunikationsexpertin. Sie leitet das Marketing der Brillenglasmanufaktur Eugen Stratemeyer GmbH & Co. KG. Zuvor hatte sie den Bereich Strategische Kommunikation der Agentur antwerpes verantwortet, die Unternehmen wie Bayer, Aral und Zeiss betreut hat.

 

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