Neue Methode gegen Katarakt bringt Linse dazu, sich durch eigene Stammzellen zu regenerieren

Grauer Star: Linse bildet sich mit eigenen Stammzellen neu

 

Heilung bei Grauem Star? Mediziner haben eine neue Heilmethode für den Grauen Star (Katarakt) entwickelt: Statt die getrübte Linse gegen eine Kunstlinse auszutauschen, bringen sie im Auge vorkommende Stammzellen dazu, selbst eine neue Linse zu generieren. Mit der neuen Methode haben Baby_AugenKinder, die von Geburt an an Grauen Star leiden, innerhalb weniger Monate ihre Sehkraft zurück erhalten, wie die Mediziner im Magazin “Nature” laut scinexx.de beschreiben.

Der Graue Star ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Während der Graue Star in Deutschland vor allem bei älteren Menschen auftritt, sind in den Entwicklungsländern auch viele Kinder von dieser Augenkrankheit betroffen.

Die Linse kann sich aus eigenen Stammzellen regenerieren

Die bisherige Behandlung birgt Risiken: Der Eingriff, bei welchem die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird, kann Entzündungen herbeiführen und ist nicht bei Kindern unter zwei Jahren anwendbar. Kang Zhang von der University of California in San Diego und seine Kollegen haben daher nach einer schonenderen Therapiemethode gesucht. Ihre Idee: selbst eine neue Linse zu produzieren. Denn in der Umhüllung der Augenlinse sitzen Linsenepithel-Stammzellen, die während unseres gesamten Lebens Linsenzellen nachproduzieren.

Bisher wurde diese Linsenhülle bei Grauer-Star-Operationen mit entfernt, weil man ungeordnete Wucherungen dieses Gewebes verhindern wollte. Doch bei der neuen Methode wird nur ein sehr kleiner Schnitt seitlich im Auge gemacht: Das getrübte Linsenmaterial wird angesaugt, ohne dass die Linsenhülle beschädigt wird.

Neue, gesunde Linse in normaler Linsenstärke

“Vier bis fünf Wochen nach dem Eingriff wuchs neues Linsengewebe symmetrisch von den Seiten der Linsenkapsel ins Innere ein”, berichten die Forscher. Nach sieben Wochen war aus diesem Gewebe eine durchsichtige, bikonvexe Linse entstanden. Ihre Lichtbrechung erwies sich in Tests als ebenso gut wie die einer normalen, gesunden Augenlinse. Drei Monate nach dem Eingriff hatte sich auch bei den Kindern eine neue, gesunde Linse gebildet, welche nach sechs Monaten eine normale Linsenform- und Stärke erreichte. Auch die errichte Sehschärfe stand der herkömmlichen Operationsmethode in nichts nach. Zudem gab es weniger Narbenbildung und Infektionen.

Methode auch bei älteren Patienten anwendbar?

Kang Zhang und sein Team sind sich relativ sicher, dass das neue Verfahren auch bei älteren Menschen erfolgreich wird. Zwar seien deren Linse-Stammzellen nicht mehr so aktiv, aber dennoch vorhanden. Allerdings müsse ein Weg gefunden werden, wie die getrübte Linse ohne Beschädigung der Linsenhülle entfernt werden kann – diese ist bei älteren Menschen härter als bei Kindern.
Quelle: scinexx.de
eyebizz Online
4 Kommentare zu “Grauer Star: Linse bildet sich mit eigenen Stammzellen neu”
  1. Redaktion

    Liebe Frau Menkens, liebe Frau Pfeilschmidt,
    wir haben bei Dr. Kang Zhang persönlich nachgefragt, ob und wo in Deutschland dieses neue Verfahren angewandt wird. Nach seiner Auskunft ist diese Methode mit Stammzellen noch in der experimentellen Phase und wird noch geprüft – ist also leider noch keine Standard-Behandlung in Europa bzw. Deutschland.

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  2. Pfeilschmidt

    Hallo, mein Sohn hat an einem Auge grauen Star und er soll eine künstliche Linse erhalten. Gibt es in Deutschland eine Klinik die diese Stammzelltherapie anbietet?
    Über eine baldige Antwort wäre ich dankbar.
    Patricia Pfeilschmidt

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    • Birgit Menkens

      Sehr geehrte Frau Pfeilschmidt,

      bisher habe ich keine Antwort erhalten auf meinen Kommentar bezüglich der Stammzellentherapie bei grauem Star. Haben Sie etwas erfahren können?
      Mich interessiert das auch sehr, da meine Tochter – wie Ihr Sohn – auf einem Auge grauen Star hat und ich ihr die Kunstlinse ersparen möchte.
      Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Meine email ist: Birgit.Menkens@yahoo.de

      Freundliche Grüße,

      Birgit Menkens

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  3. Birgit Menkens

    Hallo,
    meine Tochter hatte grünen und hat noch grauen Star. Gibt es Ärzte oder Kliniken, die diese Therapie anbieten – möglichst in Deutschland oder Europa?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Birgit Menkens

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